Die Vögel des Kummers und der Sorge # 17 © by Luke Elljot

Dezember 2016

Dieses kleine Vorwort werde ich hier vor jeden Artikel dieser Serie stellen. Wer regelmäßig mitliest, sehe bitte darüber hinweg. Wenn jemand neu einsteigt, weiß jeder so sofort worum es geht.

Ein früherer Bekannter und Berufskollege hat mir seine Tagebücher (ca. 200 großzügig handschriftlich beschriebene A4 Seiten) mit der Bitte sie zu überarbeiten zugeschickt. Auch er ist mit seinem Betrieb pleite gegangen. und ich soll eine runde Geschichte daraus zu machen. Ich fand die Idee toll. Also werde ich Seite für Seite, Satz für Satz überschreiben, ihm zuschicken, und bei Gefallen in meinem Blog veröffentlichen. Um ihn zu schützen nenne ich ihn Hans Schuld. Seine Geschichte ist alltäglich. Und trotzdem ist es für ihn ein Teil seiner Geschichte! Alles was jetzt hier folgt, ist Hans Schuld. Es sind die Tagebücher von Hans und ich halte mich an diese. Wer diese Geschichte mit liest, sollte es von Anfang an tun. Das ist besser für das Verständnis.

Alle Personen und Orte in dieser Geschichte sind so verändert, dass sie keiner echten, tatsächlich lebenden Person oder den Orten mehr ähneln können. Ähnlichkeiten sind unbeabsichtigt und rein zufällig. Welche Meinung man auch immer dazu hat, es ist für ihn damals so gewesen.

17

Luke:

Manchmal wenn ich diese Tagebücher von Hans lese, finde das mein Leben überhaupt nicht mehr so einmalig ist. Vielleicht sind wir alle in unserer Individualität bei weitem nicht so individuell wie wir es glauben. Beziehungsweise nicht mehr, oder immer weniger. Was wie ich denke gewollt ist.

Ein Beispiel:

Kann einer noch eines dieser modernen Autos auseinanderhalten? Von der Seite? Ich fast überhaupt nicht mehr. Von hinten, oder vorne? Wenn ich nah genug drann bin.

Sie aus als ob alle das gleiche Einheitsding fahren.Und so geht es in vielen anderen Bereichen unseres Lebens weiter.

Na. ja.

Hans jedenfalls fand immer mehr Gefallen an diesem gesellschaftlichen Leben. Und zunehmend auch ohne seine Freundin.

Er machte „Bekanntschaften“. Und je mehr er sich diesem Leben anpasste, desto mehr verlor er sich. Heute ist ihm das klar. Wie vielen von uns auch, ist vieles im Rückblick leicht zu erkennen. Hans schreibt darüber, das er sich lange über den Satz;

Ach hätte ich doch bloß dieses, oder jenes nicht……. oder anders…… gemacht…. gesagt oder was auch immer. Gedanken gemacht hätte.

Doch es lässt sich eben nicht mehr ändern.

Was ihm überhaupt nicht bekam war das schnelle Geld. Nicht durch Spielsucht, oder so. Nein, das Geld war damals noch wesentlich schneller in der Finanzdienstleisterbranche zu verdienen. Vor allem Versicherungen.

Luke:

In der Tat ist der Kundenschutz heute besser. Damals war noch Wild-West in der Versicherungsbranche. Ich selber wurde 2 mal über den Tisch gezogen.

Es war nicht so, das er selber in dieser arbeitete. Aber er gab sich und seinen guten Namen her um seine Kunden / Patienten zu beeinflussen, sich doch einmal von seinem Bekannten „beraten zu lassen.

Ein Hit in dieser Zeit waren so genannte Versicherungsanalysen. Vermittelte er eine solche Analyse, gab es Geld. Kam es zum Abschluss, wurde also etwas verkauft, je nachdem etwas mehr. Leicht verdientes Geld dachte er.

War auch eine Zeit lang gar nicht so schlecht. Doch er verlor zunehmend seine Glaubwürdigkeit. Seine Freundin warnte ihn von Anfang an. Sagte er solle die Finger davon lassen und seine Praxis seriös aufbauen. Doch Hans sah seine 70 Stundenwoche und was am Ende übrig blieb. Daran ein billigeres Auto zu fahren, dachte er nicht. Oder seinen Lebenswandel etwas ein zu schränken ebenfalls nicht. Endlich war er ein Gewinner und sie gönnte es ihm nicht. Wollte ihn nur klein halten!

Hans beschreibt diese Zeit recht ausführlich. Hier sind viele persönliche Notizen. Persönliche Gespräche. Auch lamentiert er viel. Warum andere so leicht zu Geld kommen und er so hart arbeiten muss für jeden (damals noch) Pfennig.

Er sah einfach nicht wie weit er es gebrachte. In wenigen Jahren, baute er eine erfolgreiche Praxis auf. Hätte mit Mitte Zwanzig nur einfach so weiter machen müssen. Mehr nicht!

Aber er sah nur was er alles nicht hatte. Letztendlich verließ er sie uch. Aber dass kam später.

Ihn faszinierte dieser ganze Schickimicki-Kram. Die dicken Autos. Goldene Uhren, Anzüge. Das zog ihn an, wie der berühmte Honig die Bienen.

Irgendwann, ganz langsam. Zunächst bemerkte er es kaum, begann er seine Praxis als Belastung zu empfinden. Ebenso, wie seine Freundin.

Es fing damit an, das er sich immer mehr wie ein Hamster in seinem Hamsterrad vorkam. Als er seinen Weg einschlug, sagte er noch immer, das er seinen Beruf liebte.

Das es für ihn eine Berufung sei, anderen Menschen zu helfen. Ihnen ihre Schmerzen zu nehmen.

Aber immer öfter sah er auch, wie leicht es war zu viel Geld zu kommen. Wenn man gewisse Ethisch – Moralische Grenzen…….. modifizierte. Aber das taten doch alle.

Immer öfter, wenn zunächst auch nur unterschwellig, fühlte er sich minderwertig, wenn diese Menschen in ihren teuren Anzügen, mit ihren teuren Schuhen in seine Praxis kamen. Und er stand da in seinen Birkenstocksandalen, in seinem Weißzeug und massierte sie. Hatte aber ansonsten nicht Teil an dieser Welt. Nein! Die brachten ein Rezept vom Arzt. Hätten ihm für jede Behandlung gerne 200,- DM oder mehr geben können. Statt dessen bekam er den normalen Kassensatz.

Hans wurde immer unzufriedener. Nach und Nach.

Daß die Vögel des Kummers und der Sorge

über unseren Häuptern fliegen,

können wir nicht verhindern.

Aber daß sie Nester in unseren Haaren bauen,

das können wir verhindern.

chin. Weisheit

Danke für die Aufmerksamkeit!

Alles Gute, Gesundheit, Frieden und Harmonie.

Luke Elljot

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Über Luke Elljot - Autor

Bei Beginn des Blogs 2015 war ich um jetzt genau zu sein 53. Ich möchte so über meine persönlichen guten Erfahrungen auf dem Gebiet der Gedankenkraft informieren. Inclusive den natürlichen Rückschlägen. Dazu habe ich auch ein Buch geschrieben: Lutz Jacobs, Gesundheit und Spiritualität. ISBN: 978-3 8442-3669-9 erhältlich beim epubli Verlag. http://www.epubli.de
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