Gabriel – Die Reise beginnt 2 © by Luke Elljot

Eins war klar. DAS war kein Traum. Stellte sich eben nur die Frage. Was war es dann?

Unschlüssig stand ich vor dem Zelt und sah mich um. Gleichzeitig stellte ich mir die ganze Zeit noch eine andere Frage.

Falle ich jetzt in Panik, oder nicht?

Die Luft war warm und angenehm. In den Bäumen zwitscherten ein paar Vögel. Es roch nach Erde. Und nach Rauch? Ich drehte mich wieder zu dem Zelt um und sah das die Feuerstelle jetzt qualmte. Das war mir vorher überhaupt nicht aufgefallen. Also muss hier doch jemand wohnen. Vielleicht einer von denen da drüben an dem Feuer. Ich hatte aber Bedenken einfach zu ihnen zu gehen und sie anzusprechen. Wo war er?

Verdammt das gibt es doch überhaupt nicht. Gabriel! „Gabriel?“ rief ich laut. „Gabriel, wo bist du?“ Keine Antwort.

Laut sagte ich zu mir selbst. Also jetzt mal langsam. Ich habe gerade noch mit Gabriel in der Küche gesessen und, in meiner Küche wohlgemerkt, und mit ihm geredet. Ich habe ihn gefragt was heute morgen los war, wer bei ihm war und worum es da ging als von Gefahr gesprochen wurde. Wer ER war und was das alles überhaupt bedeuten sollte. Dann hat er was gesagt. Das er der Erzengel Gabriel ist und das es um die Welt geht. Das er frei bleiben muss, damit die Welt nicht in ein Chaos gestürzt wird. Das zumindest hätte dieser kleine fette fliegende Engel ihm gesagt. OK. Alles klar. Offensichtlich hatte ich so etwas wie ein Nervenkrise. Vielleicht liege ich im Koma, oder so .Hilfe! Ich brauche dringend Hilfe!“

Kann ich dir helfen?“ fragte eine Frauenstimme hinter mir.

Als ich mich langsam umdrehte stand eine mittelalte Frau vor mir die etwa einen Kopf kleiner war als ich und die fast die gleichen Klamotten an hatte. Sie stand vor mir, sah mich mit leicht seitwärts geneigten Kopf an und lächelte. Da ich, wie man ja deutlich erkennen konnte, verwirrt war und meine Gedanken Bowling spielten war ich in diesem Moment zu keiner vernünftigen Frage oder sonst irgendeinem wie auch immer gearteten Satz fähig. Ich sah sie nur an und machte verschiedene völlig sinnlose Gesten mit den Händen. Dann ließ ich die Arme sinken und stand einfach mit hängenden Schultern nur da und sah sie an.

Es verging eine ganze Weile in der sie mich die ganze Zeit ,mit einem verständnisvollen Blick ansah. Dann räusperte sie sich und sagte noch einmal.

Kann ich dir irgendwie helfen?“

Tja, ähm, also ich weiß nicht ähm ich weiß nicht so recht wie ich es sagen soll, aber wo bin ich denn hier?“

Dann bist du gerade angekommen, oder?“

Angekommen?!“

Du bist gerade wach geworden.“ Das war keine Frage, das war eine Feststellung.

Ja! Stimmt genau. Ich bin gerade wach geworden, also hier wach geworden. Gerade war ich noch zu……Hause, und ja, und plötzlich, tja. Haha, das hört sich sicher komisch an aber nun…“

Plötzlich bist du hier.“ ergänzte sie.

JA, genau. Ganz genau und ich weiß was ein Traum ist, ich habe schon geträumt! Schon oft! Aber was ist das hier, oder wo ist das und wo sind die Jungs die mir diesen Streich gespielt haben?“ Da war ich wirklich gespannt, denn ich kannte keine Jungs die mir einen solchen Streich hätten spielen können. Eigentlich kannte ich überhaupt niemanden der so etwas machen würde. Völlig unabhängig davon das ich eigentlich über keinerlei Freunde oder Kumpels verfügte. Genaugenommen war ich ein ziemlicher Einzelgänger.

Entspanne dich“ sagte die Frau. Es wird dir nichts geschehen und du wirst für alles eine Antwort finden.“ Nichts geschehen? Wozu darauf hinweisen wenn keine Gefahr besteht?

Komm setz dich mit mir zu den anderen, dann können wir reden und du wirst sicher etwas Klarheit finden.“

Jetzt spürte ich das so etwas wie Panik in mir aufstieg. Wie konnte ich hier rauskommen? Das war der ungewöhnlichste Traum den ich je erlebt hatte. Aber ich hatte ja auch noch nie zuvor einen etwa vierzig Zentimeter großen angefetteten kleinen Kerl mit Flügeln gesehen der auch noch fliegen konnte. Die Frau stand immer noch da und lächelte mich an, machte oder sagte aber nichts.

Das musste ein Traum sein. Einer plötzlichen Eingebung folgend schlug ich mir mit den Händen vor den Kopf und sagte immer wieder. Wach auf, wach auf, wach auf!“ Aber es passierte nichts. Ich sah wieder die Frau an.

Hey. Also du scheinst dich hier auszukennen. Sag doch einfach wo ich hier bin, dann gehe ich wieder nach Hause und gut. Sag mir einfach wo hier eine Bushaltestelle ist, oder wo der nächste Zug fährt, dann haue ich ab. Und sag den Typen die diesen Gabriel zu mir geschickt haben um…. Jetzt weiß ich es!! Versteckte Kamera! Also wo ist sie? Zeig mir die Kamera! Sag es, also wo ist sie?“ Erwartungsvoll sah ich mich überall um, als mein Blick wieder auf der Frau landete, die ziemlich verwirrt dreinblickte“

Wovon redest du denn da? Was ist Kamera? Ich weiß wirklich nicht wovon du redest!“

Und du hast auch keinen Typen gesehen der sich Gabriel nennt, denn mit dem möchte ich gerne mal ein paar Wort reden.“ Als ich Gabriel erwähnte, erweiterten sich ihre Augen für einen Moment, aber sie sagte nichts.

Komm doch einfach mit rüber zu den anderen, dann werden wir weitersehen.“ sagte sie beruhigend.

Ich wusste nicht was ich machen sollte. Was war denn bloß los? Ich schaute mich noch einmal um, sah mir die weite Graslandschaft an, die alles in allem sehr friedlich wirkte. Sah die Frau an, die auch sehr normal und friedlich wirkte. Eigentlich wirkte alles hier sehr friedlich. Und es herrschte, wie ich wieder feststellte eine, bemerkenswerte Ruhe. Bis auf das zwitschern der Vögel und gelegentlichem Summen der Insekten die vorbeiflogen waren keinerlei Geräusche zu hören. Kein Auto-brummen, kein Flugzeuggedröhne, nichts.

Mein Blick viel auf die Gruppe Leute auf die mein Gegenüber deutete. Sie unterhielten sich nicht mehr, sondern sahen zu mir herüber. Als sie sahen das ich sie ebenfalls anblickte winkte einer von ihnen einladend zu ihnen zu kommen.

Tja, sieht so aus als ob mir im Moment nichts anderes übrig bleibt. Na ja ein nettes Gespräch am Feuer kann ja nicht schaden.“ sagte ich und ging gottergeben los.

Gemeinsam gingen wir also auf die Gruppe Leute um das Lagerfeuer zu. Wie ich so, nur mit dieser Tunika bekleidet ging, empfand ich es als sehr befreiend, Ich verstand Gabriel nun ein bisschen besser, dass er unsere Kleidung als beengend empfand. Wenn er sonst immer nur in solchen Klamotten unterwegs war. Ich sah mich wieder um und dachte.

Das muss ein Traum sein! Ich liege ohnmächtig auf dem Fußboden in meiner Küche und hatte diesen eigenartigen Traum. Aber war es denn nicht so dass wenn einem bewusst wird das man sich in einem Traum befindet, das man dann wach wird? Oder so?

Ich beschloss wieder erst einmal abzuwarten was weiter passieren wird. Aber wo ich war wusste ich Immer noch nicht. Diese ganze Gegend. Ich hatte nie zuvor eine ähnliche Gegend gesehen. So harmonisch und so…… friedlich. Vielleicht war ich ja noch nicht einmal mehr auf diesem Planeten. Huahaha………..

O GOTT, was wenn …??? Wäre es möglich?? Ach was! Beruhige dich! Es ist ja doch nur ein Traum. Zugegebenermaßen ein sehr merkwürdiger, aber ein Traum! Klar?

Ein…..Traum, Punkt!

Langsam schlenderte ich weiter zu der Gruppe Leute, die immer noch um das Feuer saßen und uns ansahen. Einer stand wieder auf winkte noch einmal einladend und rief

Komm, komm her und setzt dich zu uns. Lass uns reden.“ Als ich bei der Gruppe ankam stellte ein älterer Herr fest.

Na, gerade angekommen.“

Ja sieht so aus. Aber ich hätte eine Frage um ehrlich zu sein. Wo bin ich denn angekommen?“

Na hier.“ erwiederte der ältere Herr. Die anderen sahen sich vielsagend an sagten aber nichts. Es waren fünf Männer und zwei Frauen. Alle trugen ähnliche Klamotten wie ich und schienen auf etwas zu warten.

Wo ist hier?“ sagte ich jetzt noch einmal, aber mit Nachdruck.

Keine Ahnung. Sagte jetzt eine der Frauen. Wir kommen und gehen. Manche bleiben länger, andere nur ein paar  Momente. Manche kommen immer wieder, andere nur ein mal. Letztens war sogar ein Neandertaler hier. Der war etwas knurrig. Ich bin aus dem Jahr 1962, die anderen,“ sie zeigte in die runde, „ kommen aus allen möglichen Zeiten und Epochen. Aus verschiedenen Ländern. Komischer weise sprechen wir hier die gleiche Sprache aber wo wir sind, wissen wir nicht. Wir sind hier scheinbar irgendwo zwischen den Welten, Es scheint so eine Art Wartebereich zu sein, worauf auch immer. Es ist bei uns allen gleich. Wir treffen uns hier, reden, feiern zusammen. Und warten. Wir wissen nicht genau worauf, aber wir wissen das wir auf etwas warten.“

Ach? Und worauf warten wir hier?“ sagte jetzt ein junger Kerl der einen leicht ungepflegten Eindruck machte in einem spöttischen Ton.

Jedenfalls nicht auf eine deiner dämlichen Fragen. Sag mal hörst du eigentlich auch einmal zu wenn jemand was sagt? Ich sagte doch gerade das wir nicht wissen worauf wir warten. Mann ich habe keine Ahnung,“ Erwiderte die Frau. „auf Antworten? Lösungen, einen Auftrag? Ich weiß es nicht.“

Die anderen nickten zustimmend.

Danke für die Aufmerksamkeit!

Alles Gute, Gesundheit, Frieden und Harmonie.

Luke Elljot

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Über Luke Elljot - Autor

Bei Beginn des Blogs 2015 war ich um jetzt genau zu sein 53. Ich möchte so über meine persönlichen guten Erfahrungen auf dem Gebiet der Gedankenkraft informieren. Inclusive den natürlichen Rückschlägen. Dazu habe ich auch ein Buch geschrieben: Lutz Jacobs, Gesundheit und Spiritualität. ISBN: 978-3 8442-3669-9 erhältlich beim epubli Verlag. http://www.epubli.de
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2 Antworten zu Gabriel – Die Reise beginnt 2 © by Luke Elljot

  1. die_zuzaly schreibt:

    Phantastische Erzählung mit dem Erscheinungsbild des *Engels Gabriel* als proppiges Flügelwesen – oder Traumdeutung … spannend und zugleich regt es zum Nachdenken an —
    zwischen zwei Welten .. *Between The Worlds* … da ist eine große Türe dazwischen … die sich irgendwann zu öffnen scheint … ein Wesen geht hinein – das Andere wieder verlässt diesen mystischen Ort…
    schönen abend noch …
    ich bleibe am Ball
    die zuzaly 😉

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