Die Vögel des Kummers und der Sorge # 14 © by Luke Elljot

Dezember 2016

Dieses kleine Vorwort werde ich hier vor jeden Artikel dieser Serie stellen. Wer regelmäßig mitliest, sehe bitte darüber hinweg. Wenn jemand neu einsteigt, weiß jeder so sofort worum es geht.

Ein früherer Bekannter und Berufskollege hat mir seine Tagebücher (ca. 200 A4 Seiten) mit der Bitte sie zu überarbeiten zugeschickt. Auch er ist mit seinem Betrieb pleite gegangen. und ich soll eine runde Geschichte daraus zu machen. Ich fand die Idee toll. Also werde ich Seite für Seite, Satz für Satz überschreiben, ihm zuschicken, und bei gefallen in meinem Blog veröffentlichen. Um ihn zu schützen nenne ich ihn Hans Schuld. Seine Geschichte ist alltäglich. Und trotzdem ist es für ihn ein Teil seiner Geschichte! Alles was jetzt hier folgt, ist Hans Schuld. Es sind die Tagebücher von Hans und ich halte mich an diese. Wer diese Geschichte mitliest, sollte es von Anfang an tun. Das ist besser für das verständnis.

Alle Personen und Orte in dieser Geschichte sind so verändert, dass sie keiner echten, tatsächlich lebenden Person oder den Orten mehr ähneln können. Ähnlichkeiten sind unbeabsichtigt und rein zufällig. Welche Meinung man auch immer dazu hat, es ist für ihn damals so gewesen.

14

Doch ein mal noch zeigte seine Bettelei Wirkung.

Sie meinten es gut mit ihm, sagten sie. Und genau das meinten sie. Gut.

Nur mit wem erschloss sich mir beim lesen seiner Zeilen nicht. Hans im übrigen auch nicht.

Denn endlich kam der große Moment. Sie luden ihn zu sich ein. Fast eine Woche kam Hans vor lauter Vorfreude nicht zur Ruhe. Und kaum das er eingetroffen war wurde er in ein Auto verfrachtet. Lass dich überraschen hieß es. Dann fuhren sie zu einer großen Bautischlerei und stiegen aus.

Eine Lehrstelle besorgten sie ihm. Dann müsste er nicht mehr zur Schule gehen und hätte sein eigenes Geld. Konnte seine Mutter unterstützen. Bei einem Tischlermeister in einem kleinen Vorort. Aber nicht allzu weit weg von seinem Zuhause.

Sein Platz sei bei seiner Mutter, sagten sie. Würde er erst diese Lehrstelle bekommen, müsste er bei ihr bleiben. Er ging mit ihm hinein und dann ließ der Partner der Ex seines Vaters einen seiner martialischen Sprüche ab. Etwa wie – „Wenn es sein muss, kann er auch welche hinter die Ohren bekommen!“ Was den Tischlermeister sichtlich erfreute zu hören. (Heute unmöglich)

Er bekam diese Lehrstelle und das Thema war durch. Aber er bekam keine hinter die Ohren.

Ja lieber Hans, jetzt wo du eine Lehrstelle hast, musst du ja bei deiner Mutter bleiben! Das ist ja auch besser für dich!“

Das Hans sich dort nicht all zu viel Mühe gab war klar. Die Aufgaben die ihm übertragen wurden erledigte er mehr oder weniger gut. Und als sein Chef aus dem Sommerurlaub kam, war es dann nach kurzer Zeit auch schon vorbei und er ging nach den Ferien ganz normal zur Schule. Jetzt brauchte er erst recht nicht mehr dort ankommen. Er hatte es verbockt.

Ein Teil der anderen Geschichte zu diesem Ausbildungsthema wurde ja schon erwähnt.

Hans brauchte eben, wie alle Jugendlichen in diesem Alter (mich selbst eingeschlossen), etwas um zu lernen das man sich manchmal eben auch unterordnen muss, oder den Umständen anpassen. Das man eben nicht immer der Mittelpunkt der Welt ist.

Und Hans machte dies eben auf die harte Tour.

Aber er hatte Geschmack gefunden an eigenem Geld. Und vor allem konnte er so für die Massageschule etwas zu Seite legen. Dafür war er sich dann nie zu schade, jeden Nebenjob anzunehmen, der sich ihm bot. Etwa als Hilfsarbeiter auf dem Gerüstebau. Auf dem Straßenbau, oder als Bedienung in einer Kneipe. Auch Hilfskraft im Messebau, der Müllentsorgung.

Alles trotz Schule noch nebenbei. Er verdiente sich was dazu, eben wegen der Massageschule die er machen wollte.

Luke:

Nur zum besseren Verständnis. Die Musik und die Auftritte liefen parallel. Wie ich bereits sagte, springt Hans mitunter wild hin und her. Nun….. ich springe mit! Es sind handschriftliche Aufschriebe. Manche zweimal in verschiedenen Variationen. Die meisten sind wirklich wie ein Tagebuch. Andere Rückblickend. Hans hat manches neu geschrieben, als er älter wurde. Allerdings ohne manche alte Textpassagen zu streichen. Das erschwert es manchmal. Er selber segnet jeden Artikel erst ab, also ist es für ihn dann OK.

Ich hoffe es ist für Euch in Ordnung wenn ich es nicht zu einem (meinem) „Buch“ mache. Mit richtiger Chronologie und so. Falls ich selber auch mal den Überblick verliere sagt mir Bescheid.

Nur einen herben Tiefschlag musste er noch verdauen. In dem ganzen Streit zwischen der zweiten Frau seines Vater und seiner Mutter kam natürlich irgendwann heraus, das er heimlichen Kontakt zu ihr, besser zu ihnen hatte.

Es war ein sonniger Tag als er wieder einmal von der Arbeit, oder aus der Schule (das wusste er nicht mehr so genau) nach Hause zu ihr kam. Von der Haustür kam man fast direkt ins Wohnzimmer. Die Sonne schien hell herein und durch die in der Luft schwebenden Staubpartikel sahen die Sonnenstrahlen aus wie Lichtsäulen. Seine Mutter saß lethargisch auf dem Sofa, die Hände lagen kraftlos in ihrem Schoß. Der Blick ging ins Leere. Erst beim dritten fröhlichen „Hallo“ reagierte sie auf ihn.

Sie war zu tiefst verletzt und es vielen harte Worte zwischen ihnen. Er hatte sich beklagt als sie sich mit der zweiten Frau anfreundete um ihre Situation zu verbessern und empfand das damals als Verrat. Jetzt nannte sie in Verräter. Und das war noch eines der glimpflicheren Bezeichnungen die sie ihm gab.

Hans zog für die Zeit der Ausbildung zum Masseur u. Med. Bademeister, in das angegliederte Wohnheim der Schule die sich in einer anderen Stadt befand. Er hätte auch pendeln können, doch er selber war auch zutiefst verletzt wegen der harten Worte seiner Mutter. Das alles wurde vom Arbeitsamt bezahlt, da viel die Entscheidung leicht.

Viel später bereute er sein Verhalten, doch ändern konnte er es nicht mehr.

Aber genaugenommen stellte er damals fest, das ihm nichts besseres hätte passieren können.

Er war allein. Saß in seinem Zimmer. Mit seinen Fachbüchern, hörte seine Musik und lernte, blieb für sich und war zufrieden. Die Wunden heilten. Und das erste mal in seinem Leben war er so etwas wie zufrieden! Ganz allein, für sich und zufrieden. Ohne irgend einen anderen Menschen in seinem Zimmer. Eine Studentenbude. Ein Bett, ein Schrank, ein Tisch ein kleines Waschbecken mit einem Spiegel. Geduscht wurde a in einer Gemeinschaftsdusche. Und er machte seine ersten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht. Schöne Erfahrungen wie er immer wieder betont.

Luke :

An dieser Stelle kürze ich die Erzählung etwas ab. Denn Hans schwelgt jetzt in diesen Erinnerungen der Zufriedenheit (den Frauen/Mädchen) sehr, sehr und schweift ab. Zusammengefasst könnte man sagen: Er war zufrieden – die Schule/Ausbildung, alles machte richtig Spaß.

Sein Examen bestand er mit einer 1!

Daß die Vögel des Kummers und der Sorge

über unseren Häuptern fliegen,

können wir nicht verhindern.

Aber daß sie Nester in unseren Haaren bauen,

das können wir verhindern.

chin. Weisheit

Danke für die Aufmerksamkeit!

Alles Gute, Gesundheit, Frieden und Harmonie.

Luke Elljot

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Über Luke Elljot - Autor

Bei Beginn des Blogs 2015 war ich um jetzt genau zu sein 53. Ich möchte so über meine persönlichen guten Erfahrungen auf dem Gebiet der Gedankenkraft informieren. Inclusive den natürlichen Rückschlägen. Dazu habe ich auch ein Buch geschrieben: Lutz Jacobs, Gesundheit und Spiritualität. ISBN: 978-3 8442-3669-9 erhältlich beim epubli Verlag. http://www.epubli.de
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