Die Vögel des Kummers und der Sorge # 10 © by Luke Elljot

Dezember 2016

Dieses kleine Vorwort werde ich hier vor jeden Artikel stellen. Wer regelmäßig mitliest, sehe bitte darüber hinweg. Denn wenn jemand neu einsteigt, weiß er/sie so sofort worum es geht.

Eine neue Aufgabe ist an mich heran getragen worden. Ein früherer Bekannter und Berufskollege hat mir seine Tagebücher zugeschickt. Auch er ist mit seiner Praxis pleite gegangen. Er hat mir seinen Aufschrieb (200 A4 Seiten) zugeschickt. Seine Tagebücher. Mit der Bitte sie zu überarbeiten und eine „runde Geschichte“ daraus zu machen. Ich fand die Idee toll. Also werde ich Seite für Seite, Satz für Satz überschreiben, ihm zuschicken, und wenn er sein OK gibt, in meinem Blog veröffentlichen.

Um ihn zu schützen nenne ich ihn Hans Schuld. Seine Geschichte ist alltäglich. Und trotzdem ist es für Hans Schuld ein Teil seiner Lebensgeschichte! Alles was jetzt folgt, ist nur in meiner Begleitung. Es ist Hans Schuld. Ich versuche es flüssiger zu schreiben, aber es sind die Tagebücher von Hans.

Alle Personen in dieser Geschichte sind so verändert, dass sie keiner echten, tatsächlich lebenden Person mehr ähneln können. Dies haben Hans und ich so geregelt. Es wäre purer Zufall wenn dem doch so wäre. Das was ich hier veröffentliche sind seine Worte. Welche Meinung man auch immer dazu hat, es ist damals so gewesen.

10

Doch so weit denkt ein neunjähriger sicher nicht.

An dieser Stelle schreibt Hans viel über Dankbarkeit. Ein Gefühl was vielen Kindern heute abgeht, so sagt er. Nicht nur den Kindern. Seine Mutter war alleinerziehend. Sein Vater irgendwo auf dem Weg unter die Brücke. Trank immer und immer mehr. Seine Wünsche wie er heute findet eher bescheiden, deren Erfüllung, ebenfalls. Trotzdem war er niemals undankbar. Enttäuscht, ja. Undankbar, nein. Aber ist Dankbarkeit wirklich ein Gefühl? Oder nicht eher eine grundsätzliche Einstellung? Eine Lebenshaltung dem gegenüber was das Leben uns ermöglicht?

Ähnlich wie Höflichkeit. Viele die heute höflich sind, werden schnell für dumm gehalten. Ebenso wie viel für dumm gehalten werden die dankbar sind.

Da muss doch mehr heraufzuholen sein?…….. oder nicht!?

Natürlich war diese Zeit nicht schön und hat ihn geprägt. Aber trotz allem. Er hatte immer ein Bett, Essen, konnte an allen Klassenfahrten teilnehmen, und hatte immer alle notwendigen Schulunterlagen. Auch seine Kleidung war immer komplett! Seine Zähne waren immer in bester Ordnung. Er war immer Krankenversichert.Manch einer der das hier ließt mag denken; DAS IST DOCH DAS MINDESTE!!!

Doch nach seiner Pleite war er kurzfristig nicht Krankenversichert.

Luke :

Hans fragt an dieser Stelle: Ist es das wirklich? Das Mindeste? Nur weil wir es nicht anders kennen und gewohnt sind? Ist es das wirklich? Sind wir schon so weit das Dankbarkeit und Höflichkeit eine Schwäche bedeuten, oder als solche ausgelegt werden. IST ES WIRKLICH DAS MINDESTE?? Es fällt mir manchmal schwer meine und Hans Geschichte auseinanderzuhalten.

Hans sagt, oder schreibt, an dieser Stelle auch,….. und er tut es aus meinen tiefsten Herzen!!!….. das er seine Mutter nie klagen gehört hat. Seine Mutter hat nie nach Vater Staat gerufen. Sie hat gesehen was nötig war und hat es getan! Und er und seine beiden älteren Schwestern mussten mitmachen. Es war keine leichte Zeit! Aber sie haben sie zusammen durchstanden.

Und er sagt das es ihn oft krank macht, dieses ewige Gejammere und Klagen überall. Diese Bilder von Menschen die im Grunde genommen alles haben. Einen schönen Kinderwagen. Oft Übergewicht. Flatscreen das neueste Smartphone. Eine Wohnung… natürlich.

Anzuziehen. Zigaretten und einen Hund. Alles da! Und ewig dieses Gejammere! Auch im übrigen das von den Menschen die mit nichts außer ihrer Kleidung in unser Land kommen und nur am jammern sind.

Luke :

ich für meinen Teil kann ihn an dieser Stelle verstehen.

Und er sagt das ihn diese ganze Situation auch stark gemacht hat. Denn er war stolz darauf das sie so zusammengehalten haben. Sie haben das zusammen durchstanden! Dieser Umstand scheint ihm sehr, sehr wichtig zu sein! Denn wie man merkt kommt er immer wieder darauf zurück!

Und das sie ein offenes Haus hatten. Seine, und auch die Freunde seiner Schwestern waren immer gerne gesehen. Anstatt irgendwo sonst (anzuhängen wie man heute so shön sagt), haben sie zusammen gesessen und Spiele gespielt. Canasta, Rummikub, Scrabble, Mikado, Mensch ärgere dich nicht, Europa Reise, so was eben.

Fast könnte man glauben er lebte in einem anderen Universum.

Und es mag komisch klingen, aber es gab in dieser Phase eine Zeit die er heute als Glücklich beschreibt. Denn eine Zeitlang war es eben so. Sie gewöhnten sich daran und er war damit, zufrieden wäre das Falsche Wort. Aber es war eben so! Es war wie es war. Und er hatte sich so weit damit abgefunden. Dann starb sein Vater. Aber das soll später erzählt werden.

Seine Mutter sagte ihm immer wieder das er ihr keine Sorgen machte. Sie sagte immer wieder das ihre drei tollen Kinder ihre ganzes Glück währen und was andere erzählten wäre eh dummes Zeug. Verwandtschaft, die redet eben viel.

Bis dahin war das seine Insel. Er, ihre kleine vier Zimmerwohnung im fünften Stock, seine beiden Schwestern seine Mutter. Ich weiß nicht ob es schon erwähnt wurde. Sie wohnten ja in einem dieser 70er Jahre Plattenbau. Billiges wohnen eben.

Und natürlich sein Bonanzarad das er von seinem Opa bekam. Seine Welt.

Daß die Vögel des Kummers und der Sorge

über unseren Häuptern fliegen,

können wir nicht verhindern.

Aber daß sie Nester in unseren Haaren bauen,

das können wir verhindern.

chin. Weisheit

Danke für die Aufmerksamkeit!

Alles Gute, Gesundheit, Frieden und Harmonie.

Luke Elljot

 

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Über Luke Elljot - Autor

Bei Beginn des Blogs 2015 war ich um jetzt genau zu sein 53. Ich möchte so über meine persönlichen guten Erfahrungen auf dem Gebiet der Gedankenkraft informieren. Inclusive den natürlichen Rückschlägen. Dazu habe ich auch ein Buch geschrieben: Lutz Jacobs, Gesundheit und Spiritualität. ISBN: 978-3 8442-3669-9 erhältlich beim epubli Verlag. http://www.epubli.de
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