Die Vögel des Kummers und der Sorge # 8 © by Luke Elljot

Dieses kleine Vorwort werde ich hier vor jeden Artikel stellen. Wer regelmäßig mit liest, sehe bitte darüber hinweg. Denn wenn jemand neu einsteigt, weiß er/sie so sofort worum es geht.

Eine neue Aufgabe ist an mich heran getragen worden. Ein früherer Bekannter und Berufskollege hat mir seine Tagebücher zugeschickt. Auch er ist mit seiner Praxis pleite gegangen. Er hat mir seinen Aufschrieb (200 A4 Seiten) zugeschickt. Seine Tagebücher. Mit der Bitte sie zu überarbeiten und eine „runde Geschichte“ daraus zu machen. Ich fand die Idee toll. Also werde ich Seite für Seite, Satz für Satz überschreiben, ihm zuschicken, und wenn er sein OK gibt, in meinem Blog veröffentlichen.

Um ihn zu schützen nenne ich ihn Hans Schuld. Seine Geschichte ist alltäglich. Und trotzdem ist es für Hans Schuld ein Teil seiner Lebensgeschichte! Alles was jetzt folgt, ist nur in meiner Begleitung. Es ist Hans Schuld. Ich versuche es flüssiger zu schreiben, aber es sind die Tagebücher von Hans.

Alle Personen in dieser Geschichte sind so verändert, dass sie keiner echten, tatsächlich lebenden Person mehr ähneln können. Dies haben Hans und ich so geregelt. Es wäre purer Zufall wenn dem doch so wäre. Das was ich hier veröffentliche sind seine Worte. Welche Meinung man auch immer dazu hat, es ist damals so gewesen.

8

Hier macht Hans Schuld einen Sprung zurück in seine Kindheit. Ich springe mit.

Das Geschäft seines Vater ging pleite, und er hatte ein Verhältnis mit seiner Sekretärin. Schlimm daran war, das diese Frau einige Zeit praktisch zur Familie gehörte. Sie gingen zusammen baden, grillten zusammen, feierten zusammen Geburtstage. Seine Mutter und sie freundeten sich sogar an.

Einen schlimmeren Verrat konnte es für ihn nicht geben. Erst später dachte er auch über seine Mutter nach, oder über seine Geschwister. Als alles damals von statten ging, war er nur für sich so unglaublich verletzt. Sein Vater war immer sein Schutzwall! Egal was passierte, er schützte ihn. Die Wohnung war auf einmal so leer. Manchmal, wenn er alleine war Zuhause, legte er sich in das Ehebett auf seine Seite und stellte sich vor wie er sich an ihn kuschelte. Aber er war nicht mehr da. Er fühlte sich so unendlich alleine gelassen. Jeder konnte jetzt mit ihm machen was er wollte. Lehrer, andere größere Kinder. Und am allerschlimmsten seine Verwandten, besser seine Onkel, die sich jetzt alle auf einmal befleißigten und berufen fühlten, einen anständigen Jungen aus ihm zu machen. Und er konnte sich nicht wehren. Denn seine Mutter, jetzt mit den Kindern alleine, war über jede Hilfe froh.

Von da an vertraute er keinem mehr. Er kapselte sich ab, baute einen eigenen neuen Schutzwall um sich herum. Er sah überall nur noch Ungerechtigkeiten. Und alle waren gemein zu ihm. Sein Schutzwall wurde immer größer. Lange glaubte er, das er allen Chancen in seinem Leben beraubt wurde. Und erst als er selber Vater wurde erkannte er, das es nicht seine Schuld war.

Als Junge kämpfte er krankhaft um Anerkennung.Wollte in der Schule und überall unbedingt beliebt sein. Und war maßlos neidisch auf andere Kinder die einen Vater hatten.

Und ein sehr langer Wegbegleiter wurde die Angewohnheit sich Sorgen zu machen.

In seinem Leben bewahrheitete sich lange Zeit der Spruch von Diogenes.

Der Mensch glaubt nicht was er sieht , er sieht was er glaubt“

Als sein Vater dann endgültig weg war, dachte er eben einfach das Erwachsene nur an sich denken und die Kinder denen vollkommen egal sind. Mag sein das es sehr egoistisch von ihm war wie er dachte und sich benahm. Aber hey, er war ein Kind.

Er bedachte nicht alle Aspekte, er wollte seinen Vater wiederhaben. Das dieser eine andere liebte und ein neues, ein anderes Leben, leben wollte, verstand er nicht.

Und keiner half ihm. In dieser Zeit und n dieser Schule gab es noch sehr wenige oder keinen Schulpsychologen und seine Mutter hatte genug mit sich selber zu tun.Seine Mutter brauchte damals alle Kraft für sich selber.

Als er diese Zeilen schrieb, viel Hans wieder eine besondere Szene ein.

Sein Vater war schon ausgezogen, als er zu einem letzten Besuch noch einmal zu ihnen kam. Als er ihnen auf wiedersehen sagen wollte, hielt ihn seine älteste Schwester fest. Mit allem was sie hatte versuchte sie ihn davon zu überzeugen nicht zu gehen. Was im einzelnen sagte wusste er nicht mehr. Nur wie sehr sie ihn anflehte nicht zu gehen. Doch all das half nichts. Einer ihrer letzten Sätze war. „Wenn du jetzt gehst, wirst du irgendwann ganz alleine sein!“ Und damit hatte sie vollkommen recht. Jahre später fand man ihn erfroren und alleine in einem Park. Während dieses Gespräches weinte Hans immer wieder. Aber wie gesagt, half es nichts. Es kam der ganz normale Scheidungswahnsinn, und dann war der Vater noch vor seiner Versetzung in die dritte Klasse weg.

Für Hans galt dann der Vorsatz.; „Angriff ist die beste Verteidigung“ was er später beim Boxen gut ausleben konnte.

Das Problem für ihn war nur, das er sich selber am allermeisten damit verletzte. Was seine Wut nur noch mehr steigerte und so weiter und so fort. Es gab Zeiten, da wusste er nicht einmal mehr wer er wirklich war und fing an eine Rolle zu spielen. Die übernahm er so gut, das er sich irgendwann tatsächlich voll in ihr verlor, und dieser Mensch wurde. Besser wurde es dadurch natürlich nicht. Wenn ihn dann mal jemand näher kennen lernte, wunderten sich immer alle wie anders er doch eigentlich war.

Daß die Vögel des Kummers und der Sorge

über unseren Häuptern fliegen,

können wir nicht verhindern.

Aber daß sie Nester in unseren Haaren bauen,

das können wir verhindern.

chin. Weisheit

Danke für die Aufmerksamkeit!

Alles Gute, Gesundheit, Frieden und Harmonie.

Luke Elljot

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Über Luke Elljot - Autor

Bei Beginn des Blogs 2015 war ich um jetzt genau zu sein 53. Ich möchte so über meine persönlichen guten Erfahrungen auf dem Gebiet der Gedankenkraft informieren. Inclusive den natürlichen Rückschlägen. Dazu habe ich auch ein Buch geschrieben: Lutz Jacobs, Gesundheit und Spiritualität. ISBN: 978-3 8442-3669-9 erhältlich beim epubli Verlag. http://www.epubli.de
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