12 Gabriel – Die Reise 2 © by Luke Elljot

Ich stand da und überlegte was ich jetzt machen sollte. Wer weiß denn schon in was er verwickelt war? Ich wollte keine Probleme bekommen, wollte ihn für einen Moment sogar wegschicken.

Nein!“ Dachte ich,  „Nein das glaube ich nicht. Er ist ein guter Kerl. Und was sollte das schon groß schlimmes sein worin er da verwickelt war? Ich meine was großartiges soll ein Penner schon anrichten. Vielleicht hatte er in irgendeinem Laden was geklaut und der Ladenbesitzer war jetzt hinter ihm her. Aber würde man einen Ladenbesitzer gefährlich nennen……..?“

Gabriel stand ebenfalls immer noch wie angewurzelt da und sah mich immer noch an.

Ach ja, Schuhe! Ich ääähh. Schuhe.“ Gabriel zog eine Augenbraue hoch und legte den Kopf leicht schräg. Sagte aber nichts.

Komm mit.“ sagte ich dann und ging auf den Flur zum Schuhregal, nahm ein Paar Turnschuhe die ich nur einmal kurz angehabt hatte gab sie ihm und er zog sie sich, wenn auch sehr umständlich, an.

Komische Schuhe,“ sagte er „fühlen sich irgendwie beengend an.“

Muss daran liegen dass du länger keine an hattest. antwortete ich.

Gabriel sah an sich herunter und sagte dann. „Na dann los.“

Geht nicht.“

Geht nicht?“

Schnürsenkel!“

Schnürsenkel?“

Ja, Schnürsenkel.“

Was ist mit denen?“

Sie sind noch offen.“

Ja, und?“

Du hast keine Ahnung wovon ich rede oder?“

Tja also um ehrlich zu sein muss ich sagen das ich….nein! Hab ich nicht.“

Mit einem Seufzer kniete ich mich umständlich hin und band ihm seine Schnürsenkel zu. Gabriel sah mir dabei sehr interessiert zu. Als ich fertig war stand ich ebenso umständlich wieder auf und sagte. „Jetzt können wir los.“

Um seine blonde Mähne zu bändigen setzten ich ihm noch ein Basecap auf. Dann gab es noch eine Kapuzenjacke an und fertig.

Er stellte sich vor mich, breitete seine Arme aus und sagte.

Entspreche ich jetzt euer Gnaden Vorstellung eines recht schaffenden Menschen mit dem man sich auf die Straße trauen kann?“

Belustigt sah ich ihn einen Moment an und musterte ihn. Dann befand ich ihn in meiner unendlichen Güte als ausreichend recht schaffend.

Ja! Doch, das ist jetzt in Ordnung. So können wir gehen.“ Tatsächlich sah er sogar sehr passabel aus. Wenn man bedachte das er vor nicht all zu langer Zeit vor Dreck starrte und im Dreck saß. Sah er jetzt wirklich wieder aus wie einer der….. einer….ja was den für einer… einer von uns? Recht schaffend?

Mal was anderes für dich.“ sagte ich dann. „Wie gefällt es denn dir? Fühlst DU dich denn wohl so?“

Bis auf die Tatsache das ich solche Sachen noch nie getragen habe, ja, ich denke schon. Und dafür bin ich dir sehr, sehr dankbar.“

Lass es gut sein.“ bemerkte ich verlegen. Mit einer einladenden Geste fügte ich hinzu „Komm lass uns gehen.“ Schnappte mir den Schlüssel schloss auf und verließ mit ihm zusammen die Wohnung. Gespannt was der Tag heute so alles bringen würde „zu gefährlich“ hallte es in meinem Kopf wieder.

Immer wieder erstaunlich waren auch die Nachbarinnen. Wenn man sie so tagsüber mit ihrem Rollatoren sah, konnte man kaum glauben mit welcher Geschwindigkeit sie jedes mal wenn etwas im Haus geschah, im Treppenhaus, oder auf der Straße waren, um ihre neuesten Erkenntnisse zu teilen. So auch dieses mal. Wir waren noch nicht am Treppenabsatz, da konnte ich schon ihren bunten Bademantel unten am Treppengeländer sehen. Das Haarnetz auf dem Kopf lauerte sie schon auf uns wie eine Spinne.

Guten Morgen Frau Gertenbrink.“ Sagte ich im vorbeigehen.“ Die andere Dame, das konnte ich durch das Fenster sehen, war schon draußen. Wohl unterwegs zum Einkaufen.

Morgen! Warf sie zurück. Lauerte auf Gabriel, sicher um eine für sie übliche abfällige Bemerkung zu machen. Doch dann, als sie ihn sah, blieb ihr diese im Halse stecken, was ich mit einem wohlwollenden Grinsen zur Kenntnis nahm,. Ohne ein weiteres Wort, nur freundlich nickend, verließen wir das Haus und machten uns auf etwas zu essen zu besorgen.

Die angenehmen Tage schienen dieses Jahr kein Ende zu nehmen. Den zweiten Tag hintereinander schien nun schon die Sonne. Die schöne Frühlingsluft umspielte alles. Es war für die Jahreszeit herrlich warm. Wir plauderten über dies und das. Was halt wir so sahen und schlenderten durch die Straßen. Also spielende Kinder, Vögel, eine Katze, ein verliebtes Pärchen so was eben. Keine schweren Themen, keine schweren Gedanken, einfach nur sein. Ein zwei mal erinnerte ich an unser Frühstück. Doch Gabriel sagte immer nur.

Keine Hetze. Wir haben Zeit. Lass uns diesen Morgen genießen.“

So liefen wir hin und her, setzten uns auf eine Parkbank, sahen den Menschen zu die schon so früh unterwegs waren und genossen, vor allem Gabriel, den Augenblick. Ich für meinen Teil kann nicht leugnen das mir immer wieder dieses mysteriöse Gespräch durch meinen Kopf schoss. Und ich konnte nicht verhindern das ich auch hin und wieder über meine Schulter sah, um zu sehen…. ja was eigentlich? Ob uns jemand verfolgen würde? Mein Gott was für ein Schwachsinn.

Aber dennoch genoss auch ich diese friedvollen Momente mit Gabriel. Nicht wissend wann, oder ob, wir je wieder dazu Zeit haben würden. Dann machten wir uns doch auf um Essen zu besorgen. Da begann Gabriel umständlich an seiner Hosentasche zu nesteln und gab mir etwas Geld

Eiserne Reserve,“ bemerkte er verlegen.

Erst wollte ich es nicht annehmen. Da er sich aber nicht beirren ließ, tat ich es dann aber doch. Allerdings sehr wieder strebend. Der nächste ALDI war unser. Nachdem wir alles im Wagen hatten viel Gabriel ein, das er noch Honig brauchte. Viel Honig! Auch wenn in diesem Moment für mich klar war das ich mich vorhin doch nicht verhört hatte und ich deswegen auch sehr besorgt war, äußerte ich mich verwundert über eine solche Vorliebe bei ihm. Vor allem in diesen Mengen. Gabriel hielt einen Moment inne, sah mich vielsagend an, sagte aber zunächst nichts.

Als wir die Sachen aufs Band legten und er meinen Blick sah zuckte er mit seinen Schultern und sagte.

Nun ja, jeder hat so seine Schwäche, nicht war?“

Allerdings erwiderte ich „Allerdings.“

Danke für die Aufmerksamkeit!

Alles Gute, Gesundheit, Frieden und Harmonie.

  • Luke Elljot

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Über Luke Elljot - Autor

Bei Beginn des Blogs 2015 war ich um jetzt genau zu sein 53. Ich möchte so über meine persönlichen guten Erfahrungen auf dem Gebiet der Gedankenkraft informieren. Inclusive den natürlichen Rückschlägen. Dazu habe ich auch ein Buch geschrieben: Lutz Jacobs, Gesundheit und Spiritualität. ISBN: 978-3 8442-3669-9 erhältlich beim epubli Verlag. http://www.epubli.de
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