Morgenrot 40 © by Luke Elljot

Die Aufgabe

Kapitel 10/1

Jedwede Tat die hier geschieht,

geschieht nach dem Naturgesetz.

Ich bin der Täter dieser Tat,

ist selbstgefälliges Geschwätz!“

Zeitgleich erwachten Mai und ich in der strahlend wärmenden Frühlingssonne auf der Wiese liegend. Von den starken Bildern und Eindrücken des Traumes immer noch bewegt. Wir wussten sofort das wir gerade etwas unglaubliches erlebten. Ohne das ich darüber nachdachte, sah ich mich erst einmal um. Sah mich um nach Marcus und dem Abt.

Dann sah ich Mai wieder an und sie mich. Wir waren eng beieinander auf unserer Decke. Ich sah in ihr Gesicht und versuchte jede Einzelheit in diesem in mich aufzusaugen. Noch nie war ich einem Mädchen so nahe und vor allem allein. Und schon gleich überhaupt nicht ihr. Ich versank in ihren großen braunen Augen. Ihre winzig kleinen feinen Härchen glänzten in der Sonne in ihrem Gesicht. In diesem Moment war sie das schönste Mädchen auf der Welt für mich.

Von dem gerade erlebten immer noch verwirrt, sahen wir uns an und sagten lange kein Wort, dann setzten wir uns auf und ich nahm ich ihre Hand, was sie stillschweigend geschehen ließ. Als Mai sagte.

Was für eine verrückte Geschichte!“

Dann haben wir beide also wirklich das gleiche geträumt.“ Ich sah hinüber zu den Extersteinen. Mai, die meinem Blick folgte erwiderte. „Sieht so aus. Eins muss ich aber sagen. Ich hätte schon viel früher etwas mit dir machen sollen. So etwas komisches habe ich noch nie erlebt

Ja, nicht war? Ich aber auch nicht.“

Ich frage mich nur, ob das wirklich ein Traum war?“

Das ist eine gute Frage. War das ein Traum.“

Ich stand auf und half ihr ebenfalls aufzustehen.

Sag mal Johannes, hast du hast diesen Druiden schon vorher mal gesehen, ihr kennt euch doch, oder?“

Ja, das habe ich und du?“

Nein, nicht so wie du! Ich habe vage von ihnen geträumt. Ahnungen gehabt. Heute habe ich das aller erste mal mit dir zusammen einen Druiden gesehen. Aber du, du siehst ihn seit du ein kleiner Junge bist oder?“

Ja.“ antwortete ich knapp. „Seit ich ein kleiner Junge bin.“

Wie hast du das nur ausgehalten?“

Warum? Vermutlich weil ich es nicht anders kenne. Bis ich bei Mutter einzog, war ich immer allein. Und ich dachte immer das mich das zu etwas besonderem machte.“

So war es auch ohne jeden Zweifel.“

Mai stand da, sah immer noch zu den Extersteinen und nickte vor sich hin. „Ja, ohne Zweifel! Und? Du konntest mit niemandem darüber reden? Ich meine das ist ja irgendwie nicht….“

Normal? “ beendete ich ich ihren Satz. „Doch, mit meinen Freunden von den Bibelmenschen.“

Du meinst Walter und Thea?“ Ich nickte nur. Etwas verwundert das sie sofort wusste wen ich meinte. „Und jetzt? Wie soll es weitergehen?“

Damals fand ich ihren Pragmatismus sehr beeindruckend. Und auch heute noch, wenn ich darüber nachdenke.

Also ich denke wenn es jemanden gibt mit dem wir reden können, dann mit einem von Alverdissen. Und da gibt es nur eine die ich wirklich kennen. Mutter! Komm, lass uns nach Hause gehen und mit Mutter sprechen. Sie wird uns helfen Adono Dederich zu finden!“

Wir packten schnell unsere Sachen und gingen los zum Parkplatz, wo wir auf Anton warteten. Zu keinem Zeitpunkt hatten wir Zweifel das Richtige zu tun. Unser Zeitgefühl täuschte uns nicht. Es dauerte nicht wirklich lange als die Limousine vorfuhr und wir einstiegen. Unser Schläfchen dauerte kaum länger als eine Dreiviertelstunde. Wir stiegen ein und ich bat ihn er möge doch direkt nach Hause fahren, ohne vorher bei Mai an zu halten, was er auch tat. Nichts würde uns nach diesem Erlebnis davon abhalten mit Mutter zu sprechen. Und ich wollte dieses Gespräch unbedingt mit Mai zusammen führen.

Doch Mutter war nicht zuhause. Was mich sehr enttäuschte. Als wir durch den Haupteingang in die Eingangshalle kamen, musste ich daran denken, das Adono hier auch schon stand und ging. Ich kannte ihn nicht, doch wir hatten die gleichen Wege.Und nicht nur er. Wer weiß wer sonst auch noch alles. Adelige. Fürsten, Ritter und und und. Ein ewiger Gleichmacher der sich überschneidenden Wege. Oder Wege die nebeneinander lagen, sich nie begegneten und doch das gleiche Ziel hatten. All das verwirrte mich zusehends

Hier zu sein erschien mir auf einmal anders. Irgendwie verschoben. Respekteinflößend! Die Unberührtheit dieses Ortes war für mich verloren. Nichts hier war neu. Auch, oder gerade nicht mehr für mich. Die Schwere Haustür allerdings schon. Zumindest relativ. Als Mutter ein Kleinkind war, wurde diese erneuert, das wusste ich von Anton. Der Rest jedoch war definitiv sehr alt. Ich stand da und betrachtete die Türklinken der anderen Türen. Ob auch schon Adono diese …?

Johannes? Johannes was jetzt, was willst du denn jetzt tun?“ Mai stand wartend hinter mir.

Ich denke wir warten im Kaminzimmer auf sie.“ antwortete ich. Als wir durch die Tür dort hinein gingen bekam ich eine Gänsehaut. Denn dort musste Adono gestanden haben als er hörte welche Schande auf ihm lag. Egal wie alt er auch gewesen sein mag. Ich sah auf den Boden, halb erwartend seine eingebrannten Fußabdrücke dort zu finden. Wir betraten das Kaminzimmer und standen einen Moment wie bestellt und nicht abgeholt da. Dann kam Anne und brachte uns den obligatorischen Kakao, forderte uns auf das wir uns setzen und ging wieder. Wir waren wieder allein und sahen uns nachdenklich an.

Ich glaubte fast die Schallwellen der entscheidenden Worte die hier gesprochen wurden und die Adonos Schicksal besiegelten, fühlen zu können. Sah in meinem geistigen Auge den kleinen Adono versteckt hinter der Tür stehen und unter den Worten „er ist „unehelich, er gehört nicht zu uns“ zusammensinken. Dieses Bild entsprang natürlich meiner Fantasy.

Dann sagte ich. „Der Abt sagte dass ich die Höhle suchen soll in der Adono liegt.“ bei diesen Worten bekam ich eine Gänsehaut. Denn erstmals wurde mir klar was ich dort finden würde. „und genau das werde ich jetzt machen. Mit dir zusammen hoffe ich Mai.“

Du glaubst doch nicht im ernst das ich dich das alleine machen lasse?“ sagte sie entrüstet.

Nein, nein das glaube ich nicht.“

Das stimmt also alles mit den von Alverdissen´s. Diese ganze Geschichte mit dem Unehelichen Kind und so. Das ist also keine Legende?“

Jepp. Das stimmt. Steht auch alles in dem Tagebuch. Könntest du alles lesen, wenn du möchtest.“

Jaah, das könnte ich wohl. Mal sehen.“ Ihre erweckte Neugierde konnte sie kaum verhehlen.

Als Mutter dann endlich nach Hause kam, dauerte es noch eine ganze Zeit, bis sie im Kaminzimmer ankam. Sie schien nicht sonderlich überrascht uns beide hier anzutreffen. Sicher wusste sie es schon alles von Anton. Als sie uns fragte was denn unser Begehr wäre, redeten wir uns sofort unseren gemeinsamen Traum von der Seele. Immer wieder durcheinander, immer wieder von Mutter unterbrochen.

Wisst ihr denn was es bedeutet das ihr im Traum dort verblieben seit, noch dazu zusammen?“

Nein Mutter. Ich habe nicht die leiseste Ahnung.“

Es bedeutet genau das, was der Traum euch sagte! Ihr müsst dort etwas vollbringen. Das war nicht nur irgend eine Fantasie, es war eine Aufgabe die euch gegeben wurde. Eine wirkliche echte Nachricht.“ Dann gänzlich unvermittelt.

Warum glaubst du, habe ich dich aus dem Waisenhaus geholt. Johannes?“ Ich antwortete überrascht wie ich war wahrheitsgemäß.

Ja, das frage ich mich auch oft Mutter.“

Zuerst meinte ich so etwas wie Enttäuschung in ihrem Blick zu erkennen, die aber schnell einer leichten Amüsiertheit wich.

Weil ich es in dir gesehen habe mein Junge. Die meisten Menschen fürchten sich vor der Stille und dem alleine sein genauso sehr wie vor dem Grab. Du aber suchtest die Stille und die Einsamkeit. Suchst sie auch heute noch!“

Das Stimmt, er ist oft gerne alleine!“ warf Mai ein.

Das ist etwas besonderes. Denn was die meisten nicht wissen ist, das sie immer alleine sind. Und in ihnen ist es auch immer still. Es gibt immer nur einen Gast in deinem Haus. Dich selbst! Das ist es was die meisten Menschen fürchten zu sehen, wie der Teufel das Weihwasser, sich selbst.

Ihr beide seit zusammen in diesem Traum geblieben weil ihr noch eine Weile das Schicksal derer teilen müsst, die dort lebendig begraben sind. Und Adono ist der Schlüssel dazu.“

Mutter, wo ist das was wir geträumt haben?“

Wo fragst du? Ich denke es ist am einfachsten erklärt wenn ich sage das es dort ist, wo sich der Moment von schlafen und erwachen befindet.“

Damals verstand ich nicht was sie meinte, wusste aber auch, das ich keine bessere Erklärung bekommen würde.

Hat Adono jemals hier im Haus gelebt Mutter?“

Nein. Er lebte in der Burg Rodenberg, war hier nur zu Besuch.“

Warum lebte er nicht hier?“

Das kann ich dir nicht sagen. Vieles an dieser Geschichte ist sehr undurchdringlich.“

Wir erzählten ihr das, was der Abt über Adono Dederich´s s Schicksal sagte und das war vollkommen neu für sie. Sie war ehrlich überrascht.

Adono? Er wusste um sein Schicksal? Das war es also? Nicht seine Geburt an sich? Was ist das nur für ein Schlamassel. All die Jahre glaubten wir er wäre einfach weggegangen. Doch er setzte seinem Leben ein Ende, wählte den einsamen Freitod und liegt seit dem einsam mit einem Messer in der Brust in dieser Höhle.

So klebt sein Blut doppelt an meiner Familie und an allen die an diesem Komplott beteiligt waren! Adono wusste es. Mein Gott, der arme Kerl, er wusste es.“

Was mir in diesem Moment überhaupt nicht bewusst wurde war, das sie uns jedes Wort glaubte.

Aber Mutter, was machen wir denn jetzt?“

Ihn suchen. Heutzutage mag ein solches Schicksal nichts besonderes mehr bedeuten. “Doch damals? In diesen Kreisen? Da war das eine unglaubliche Ungeheuerlichkeit. Sein ganzes Leben, seine ganze Dynastie, sein Zweig des Familienstammes. Seine Familie, seine Kinder, eine Lüge. Eine einzige Lüge. Eine Lüge in die er unschuldig getrieben wurde. Und er wusste davon. Dies hat ihn wohl in den Wahnsinn getrieben. Und dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden.“

Die Familie der von Alverdissens verstehe ich Mutter. Aber warum die anderen Familien?“

Weil sie die Lüge meiner Vorfahren gedeckt und Adodno belogen haben. Was und wie das im einzelnen geschehen war, kann ich dir auch nicht sagen. Es ist eben wie es ist.“

Weder ich, noch Mai oder auch Mutter hatten auch nur den Hauch einer Ahnung wo wir suchen sollten. Dieses Waldgebiet hier im Schaumburger Wald und Hameln-Pyrmont war damals und ist bis heute riesengroß. Mutter wusste aus alten Abschriften wo Adono das letzte mal gesehen wurde. Das war unser einziger Hinweis. Natürlich kehrten Mai und ich immer wieder zu den Extersteinen zurück. Hofften dort Hinweise zu finden, oder zu bekommen. Doch den Weg den wir mit Marcus gingen, fanden wir nicht. Auch nicht einen Platz der annähernd dem ähnelte, auf dem die Druidenhäuser standen. Noch nicht einmal die mächtige Buche oder Fichte fanden wir wieder. Es war eine Sisyphusaufgabe. Tage, Wochen Monate vergingen, ohne Erfolg! Der Frühling verging ebenso wie der Sommer und der Herbst kamen und gingen. Für die farbenprächtigen Verwandelungen die diese Jahreszeiten mit sich brachten fanden wir kein Auge. An der Schule, und auch im Dorf, wurde langsam über uns geredet. Was sie redeten wusste ich nicht. Ich nehme an das sie uns für wunderlich hielten. So wurde es schließlich langsam Winter.

Keine weiteren Träume, keine weiteren Erfolge. Nichts! Wenn wir uns nicht gegenseitig gehabt hätten, hätten wir, hätte ich vor Zweifel aufgegeben.

Eines Abends saßen wir mit Walter zusammen im Kaminzimmer.und er stellte uns die entscheidende Frage.

Seit dem ich die Geschichte von Adono-Dederich genauer kannte, war mir hier immer etwas unwohl. Fühlte ich mich ihm jetzt verbundener, kannte den Ort an dem er von seiner Schmach erfuhr. An dem ihm sein Geburtsrecht entrissen wurde. Wie alt er auch immer war. Glaubte wenn ich mich hier zu lange aufhielt, an dieser teilzuhaben. Was Unsinn war, wie ich wusste. Doch das Herz fühlt, was das Herz fühlt.

Stellt euch vor ihr müsstet das Kreuz auf euch nehmen heute Nacht einen Traum zu träumen, in dem ihr tausend Jahre unendliche, qualvolle nicht zu ertragende Armut und ebensolches Elend ertragen zu müsstet.“ sagte er. „Und zwar so, als sei es Wirklichkeit!

Am Ende aber, wenn ihr erwachtet, bekämt ihr einen Sack voller Gold mit einem erfüllten Leben voller Gesundheit und Glück. Würdet ihr euch darauf einlassen?“

Natürlich sagten wir beide ja!

Und genau das ist der Grund warum ihr das Leben nicht so ernst nehmen solltet! Und genau das ist der Grund warum ihr bis jetzt scheitert. Ihr nehmt das alles viel zu ernst! Viel zu genau Habt Vertrauen, den es wird euch ein Weg gegeben!“

Aber Walter, wir suchen jetzt schon fast ein Jahr!“

Dann versucht es doch einmal mit der modernen Technik und beginnt erneut von vorne!“ Aufgrund meines verständnislosen Blickes fügte er hinzu.

Ein Detektor, oder ein Sonar! Ein Freund von mir sucht den ganzen Wald nach alten vergrabenen Römerschätzen ab. Der kann euch sicher Helfen eine kleine Höhle zu finden.“

Walter!“ sagte Mai, die ihn mittlerweile auch duzen durfte.

Du bist der größte!“

Ja,“ sagte Walter. „was ist das Leben oft für uns anderes als ein unendlicher unerfreulicher Traum, an dessen Ende für uns alle ein Topf voller Gold bereit steht. Wir müssen nur daran glauben, dann wird uns allen genau das gegeben. Ansonsten? Eben nicht. Worum sich also sorgen? Wer aber freilich einen Gott mit unerforschlichen Ratsschlüssen hinter all dem vermutet, wird es nicht bekommen wird dann vielleicht nur den Teufel sehen. Oder noch nicht einmal das. Das verstehen das sich alles was ihr sucht, bereits in euch befindet, ist ein Teil des Topfes. Geht auf die Suche Kinder. Findet ihn, befreit ihn! Befreit den armen eingeschlossenen Tropf aus seine Kerker. Aber öffnet nicht eure Büchse der Pandora.“

Du verstehst es einem Mut zu machen Walter!“

Ach ein paar kryptische Sprüche müsst ihr mir schon lassen. Die meisten Menschen fürchten den Weg den du gerade gehst Johannes so sehr, dass sie sich unbesehen immer wieder einfach in ihr Grab legen. Ich beneide dich. Denn diesen Weg kann man immer nur ein einziges mal gehen. Kehre in dich, finde ihn! Viel Glück dabei ihr zwei! Was ihr findet, hängt eng mit dem zusammen, was ihr erwartet zu finden!“

Danke für die Aufmerksamkeit!

Alles Gute, Gesundheit, Frieden und Harmonie.

Luke Elljot

Danke für die Aufmerksamkeit!

Alles Gute, Gesundheit, Frieden und Harmonie.

Luke Elljot

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Über Luke Elljot - Autor

Bei Beginn des Blogs 2015 war ich um jetzt genau zu sein 53. Ich möchte so über meine persönlichen guten Erfahrungen auf dem Gebiet der Gedankenkraft informieren. Inclusive den natürlichen Rückschlägen. Dazu habe ich auch ein Buch geschrieben: Lutz Jacobs, Gesundheit und Spiritualität. ISBN: 978-3 8442-3669-9 erhältlich beim epubli Verlag. http://www.epubli.de
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