Die Vögel des Kummers und der Sorge #4.

Diesen kleinen Absatz werde ich vor jeden Artikel voranstellen. Wer regelmäßig mitliest, sehe darüber hinweg. Denn wenn jemand neu einsteigt, weiß er/sie sofort worum es geht.

Eine neue Aufgabe ist an mich heran getragen Worden. Ein früherer Bekannter und Berufskollege hat mir sein Tagebuch zugeschickt. Auch er ist mit seiner Praxis pleite gegangen Ist allerdings deutlich jünger als ich. Er hat in meinem Blog gelesen und fand sich in verschiedenen Passagen wieder. Darum hatte er eine Bitte an mich. Glücklicher weise findet er meinen Schreibstil toll. Gerne komme ich dieser Bitte nach.

Er hat mir seinen Aufschrieb (200 A4 Seiten) zugeschickt. Ein Tagebuch, wenn man so will. Mit der Bitte es zu überarbeiten und eine „Geschichte“ daraus zu machen. Ich fand die Idee toll. Also werde ich Seite für Seite überschreiben, ihm zuschicken, und wenn er sein OK gibt, in meinem Blog veröffentlichen. Ja, meine Gedanken holen mich ein. TOLL!!! Neben meinem Gitarre und Blues üben (und vielleicht eine eigne CD veröffentlichen) , meinen eigenen Romanen, meiner Arbeit (450,.€ Job) und jetzt diesem neuen Projekt, bin ich voll ausgelastet.

Daß die Vögel des Kummers und der Sorge

über unseren Häuptern fliegen,

können wir nicht verhindern.

Aber daß sie Nester in unseren Haaren bauen,

das können wir verhindern.

  • chin. Weisheit –

Irgendwo, beginnt eine Geschichte.

Beim schreiben, mit dem ersten Wort. Doch wo beginnt eine Lebensgeschichte. Oder womit. So eine wie diese hier. Selbst beim schreiben ist es wichtig die Geschichte mehrdimensional zu gestalten. Ihr und den Charakteren sozusagen Leben zu geben. Doch diese hier ist Leben. Es ist die Geschichte von…. nennen wir ihn Hans Schuld. Ein Arbeitstitel sozusagen. Eine Geschichte die mir zugetragen wurde, und deren Ehre ich habe, sie erzählen zu dürfen. Eine Vollkommen normale Geschichte. Wie sie alltäglicher nicht sein könnte. Und trotzdem ist es für Hans Schuld die Geschichte seines Lebens. Seine Lebensgeschichte! Zumindest zum Teil. Also. Alles was jetzt folgt, ist nur in meiner Begleitung. Es ist Hans Schuld.

Wenn Hans direkt spricht, dann immer kursiv.

Alle Personen in dieser Geschichte sind so verändert, dass sie keiner echten, tatsächlich lebenden Person mehr ähneln können. Dies haben Hans und ich so geregelt. Es wäre purer Zufall wenn dem doch so wäre. Das was ich hier veröffentliche sind seine Worte. Welche Meinung man auch immer dazu hat, es ist damals so gewesen.

4.

Sicher er hatte seine kleine Familie. Und schon das hätte ihm Mut und Motivation sein sollen, ja fast müssen, wie er sagte!

Aber es reichte eben doch nicht bei ihm. Im Gegenteil empfand er es sogar noch mehr als Belastung. Er war es doch der seinen Kindern ihre Zukunft nahm. Auch die Beziehung zu seiner Frau litt extrem. Denn zurecht stellte sie andere Erwartungen. Haderte mit ihrem Schicksal. Es sagt sich so leichthin. In guten wie in schlechten Zeiten. Es war für das junge Glück eine harte Prüfung. Und letztendlich sind beide im Nachhinein auch gescheitert.

Heinz Rühmann sagte einmal; Probleme kann man nicht ertränken. Die können schwimmen. Und auch bei Hans klappte das nicht. Es war eine kurze Phase. Aber es belastete beide in ihrer Beziehung noch zusätzlich. Und all die Menschen die es „gut“ mit ihm meinten kamen noch dazu. „Denk an deine kleine Familie“. War einer der Sätze die er in dieser Zeit am meisten zu hören bekam. Als ob er an etwas anderes denken könnte. Freunde wandten sich jetzt auch noch von ihm ab. Jetzt glaubten alle das es nur der Alkohol war der schuld an dem Dilemma war. Jetzt wurde auf dem Toten Gaul rum getreten. Jetzt wussten all es war Hans Schuld!

Das volle Programm eben. Doch ich greife vor.

Hans las damals einen weisen Spruch; „Der kluge Mensch beginnt jeden Tag wie ein neues Leben.“ Ja, das war leichter gesagt als getan. Denn es viel ihm immer schwerer sich auf einen Tag zu freuen, wenn er wusste das an diesem der Gerichtsvollzieher kam. Nach Nächten in denen er sehr oft erwachte und von Schlaf kaum die rede sein konnte. Und in denen er den Schrecken seine Lebens sah. Oder dass er seiner Frau wiedereinmal erklären musste das kein Geld da war um diese oder jene Rechnung zu bezahlen, oder überhaupt eine Rechnung.

Der Gang zu Briefkasten? Wegen der Mahnungen jedes mal ein Spießrutenlauf. Die einfachsten Selbstverständlichkeiten, die eben nicht mehr selbstverständlich waren. Jeden Tag die Frage ob genug Geld für Essen da war. Für die Kinder wären es oft sehr ärmliche Weihnachten gewesen, wenn die Omas uns Opas nicht gewesen wären. Das taten sie aber nur für die Kinder. Und jedes mal mit entsprechenden Bemerkungen und mitleidigen Blicken.

Heute sagt er selber das es wichtig ist den Tag zu genießen, bzw. gewesen wäre. Denn wir wissen nie, ob es nicht vielleicht doch der letzte ist, den wir erleben dürfen. Ein Leben kann sehr schnell enden. Doch die Hast wird trotzdem immer größer. Immer mehr, immer schneller. Aber anscheinend sind lange nicht alle unglücklich damit. Oder?

Hans hat nicht alles über das ich hier schreibe immer unmittelbar aufgeschrieben. Manches erst lange danach rückblickend. Schon wieder mit etwas Abstand. Manches mit verändertem Blickwinkel. Gerade die letzten Sätze zum Beispiel. Er fragte sich auch warum er Weisheiten verkündete, wenn er sich selber nicht daran hielt. Den Rat alles aufzuschreiben bekam er von seinem befreundeten Rechtsanwalt. „Das macht frei.“ sagte dieser. Hans nahm sich also vor zu schreiben. Aber nicht als Rechtsbelehrung. Sondern so, oder darüber wie er sich als Mensch fühlte. Seine Seele, oder sein Innerstes auszuschütten. Er wollte sein Leben aufschreiben, angefangen bei seiner Kindheit. Alles raus. Hans wollte, oder hoffte so, die Wurzel für seine Probleme zu finden. Und der letzte Gang der Befreiung soll jetzt kommen. Es anderen bekannt zu machen fällt ihm nicht leicht. Ein Pseudonym macht es ihm jedoch leichter. Alles raus. Auch auf die Gefahr, sich lächerlich zu machen.

Es ist und soll auch keine keine Bibel sein, mit der man Schulden weg beten kann oder wie man sich um seine Situation herum lügen kann. Es ist die Geschichte eines ganz normalen Menschen der sich dem Konsum ausgeliefert hat und jetzt die Konsequenzen tragen muss. Geld, Geld, Geld!

Hans möchte so allen zurufen. „Es ist aber trotzdem nur Geld!“ Schnürt euer Bündel und macht euch auf den Weg. Egal wie die Dinge stehen. Hinfallen ist erlaubt. Aber irgendwann aufstehen und weitergehen ist Pflicht.

Egal ob ihr Eure Ängste und Sorgen schon besiegt habt. Macht euch Auf diese beiden Trolle zu erschlagen. Dann kann man seine Träume verwirklichen. Andere haben es doch auch geschafft, also ist es zu schaffen.

Nichts an diesem Weg ist etwas einmaliges schreibt Hans! So viele andere sind ihn schon gegangen und so viele werden ihn noch gehen. Deswegen wollte er seinen Weg schriftlich gehen. Durch sein Leben. Ein Leben in dem er zunächst mit erzkonservativen Vorstellungen erzogen wurde. Seinen Platz einzunehmen, ordentlich sein. Doch er musste früh lernen, das es so nicht immer ging In einem Leben ist das einzig lineare das existiert, die Zeit die vergeht. Alles andere hat verschiedene Ausschläge. Ein gutes Stück von seinem ging er so wie es seinem Vater am meisten nutzte. Aber alles zu seiner Zeit. Dieser Teil der Geschichte kommt noch!

Ein weiterer Anlass oder Auslöser diese Tagebücher zu schreiben war der , dass sich ein entfernter Bekannter von Hans wegen ähnlichen Problemen umgebracht hat. Wegen Geld! Fuhr mit einem schwarzen Passat Kombi mit hundertzwanzig vor eine riesengroße Eiche. Die stand in einer langgezogenen Rechtskurve. Ein lauter Knall und weg. Hans selber saß manchmal ebenfalls in seinem Auto uns dachte darüber nach allem ein Ende zu setzen. Doch letztendlich fehlte ihm dazu dann doch immer der Mut, wie er schreibt.

Immer wieder schrieb er – Schnappt euer Bündel und macht euch auf den Weg.

Weg von den Sorgen und dem Kummer. Aber eigentlich sind wir alle doch längst auf einem Weg! Mancher geht im Moment nur in die falsche Richtung. Aber wir alle sind auf unserem Weg. Jeder folgt doch mal den falschen Zielen, oder Idealen, sagt Hans. Das ist doch Teil des Menschsein, nicht war? Perfektion gibt es nicht im Leben.

Luke:

Ich melde mich auch noch mal zu Wort. Ich muss zugeben das ich beim lesen an diesen Stellen einige male absetzen musste. Denn es ist ja kein Roman! Ich kenne diese Gedanken und Probleme. Habe selber auch schon über Selbstmord nachgedacht. Doch ich musste damals immer daran denken wie viel Leid ich damit über meine kleine Familie gebracht hätte. Abgesehen davon, das wir uns eine Beerdigung damals überhaupt nicht hätten leisten können.

Wie schrieb Hans Schuld immer wieder: Es war und ist doch nur Geld.

Danke für die Aufmerksamkeit!

Alles Gute, Gesundheit, Frieden und Harmonie.

Luke Elljot

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Über Luke Elljot - Autor

Bei Beginn des Blogs 2015 war ich um jetzt genau zu sein 53. Ich möchte so über meine persönlichen guten Erfahrungen auf dem Gebiet der Gedankenkraft informieren. Inclusive den natürlichen Rückschlägen. Dazu habe ich auch ein Buch geschrieben: Lutz Jacobs, Gesundheit und Spiritualität. ISBN: 978-3 8442-3669-9 erhältlich beim epubli Verlag. http://www.epubli.de
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