09.Gabriel – Der Heimweg 1 © by Luke Elljot

Ich kann nicht anders. Ich muss schreiben!

Außerdem muss es ja mit Gabriel weitergehen.

Und noch einmal. Danke. Es wird gut tun einmal nicht im Freien zu sitzen und zu leben.“

Das denke ich auch.“ antwortete ich verständnisvoll.

Die Bahn hielt an der nächsten Haltestelle und was dann einstieg ließ befürchten das es jetzt mit der Ruhe vorbei war. Eine Gruppe angetrunkener Jugendliche kam rauchend herein und die fingen auch sofort an zu pöbeln. Sie hatten irgend etwas Schnaps ähnliches in zwei Literflaschen dabei und ließen die Flaschen immer wieder herumgehen. Nahmen immer wieder ein paar Schluck daraus. Ein Mädchen mit lila roten Haaren kicherte die ganze Zeit über hysterisch. Mit ihren Militaristischen Klamotten, Springerstiefel, zerrissene Jeans, Lederjacken Pearsings und Ketten sahen sie schon beängstigend aus. Und wieder wurde ich an einen dieser Endzeitfilme erinnert. Wobei hier die Frage war ob die so aussahen wie die in den Filmen oder umgekehrt.

Jetzt jedenfalls waren sie da und alle in der Bahn befindlichen Leute zogen den Kopf ein und versuchten so unauffällig zu sein wie möglich. Jeder entdeckte etwas unglaublich interessantes draußen in der Nacht und starrte angestrengt aus dem Fenster. Bloß nicht auffallen und denen zum Opfer fallen.

Ihr lautes grobes und respektloses Auftreten taten dann das übrige. Alle waren sofort mehr als eingeschüchtert.

Ihr erstes Opfer war eine ältere Frau die unter grölen und Lachen fluchtartig an der nächsten Haltestelle ausstieg, hinter ihr her ein junger Mann der direkt neben der Tür saß. In der Straßenbahn verfielen die anderen in eine Schockstarre. Jeder hoffte das er selbst in Ruhe gelassen würde. Es waren sechs, und sie pöbelten jeden an an dem sie vorbeikamen. Einem älteren Herren schlugen sie den Hut vom Kopf, eine junge Frau überschütteten sie mit Bier und wollten einen Miss-Wertshirt Contest aufziehen. Als, vermutlich ihr Freund, dazwischen gehen wollte, prügelten sie auf ihn ein. Das Mädchen schrie hysterisch sie sollten ihn in Ruhe lassen rief um Hilfe und wendete sich flehend an die sich in der in der nähe befindlichen Personen ihr zu helfen. Keiner rührte aber einen Finger. Ich überlegte noch was ich tun könnte da stand Gabriel schon auf und ging zu den Jugendlichen. Er sagte kein Wort, stand nur da. Es dauerte einen Moment, dann wurden sie auf ihn aufmerksam. Einer von ihnen, er schien der Anführer der Gruppe zu sein und hatte seine Haare flammend rot gefärbt, drehte sich zu Gabriel um. Sah in spöttisch lächelnd von oben bis unten an und lallte. „Ey alter, hastn Problem oder was? Was glotzn so blöde?“ Ich war mir sicher das es gleich zu einer Tätlichkeit kommen würde und nahm schon mal Spannung auf und überlegte wieder was ich tun könnte, denn ich war kein Held und verstand mich nicht auf Schlägereien. Genau genommen war ich eher ein Hemd. Ein Schwächling, dachte ich. Höchstens darauf achtend denen aus dem Weg zu gehen, gerade dachte ich was ich den bloß machen sollte, als Gabriel, anstatt zurück zu weichen auf den Punker zu ging und dicht vor ihm stehen blieb. Und erstaunlicher weise passierte dennoch immer noch nichts. Dabei sagte er kein Wort, sah den Punk nur an.

Dieser schien jetzt doch etwas unsicher zu werden. Er drehte sich zu seinen Kumpels um, die feixend hinter ihm standen. „Wasn das fürn Komiker. Ich glaube der Hippi brauch mal ein paar auf die Fresse, oder was?“ „Genau alter, n paar af die Fresse ey, geil ey brüllten die anderen. Dann plötzlich wurden sie ruhig und sahen Gabriel an, der wie ein Racheengel vor dem Anführer stand und mit der rechten Hand auf ihn zeigte und sagte

Ist das alles? Ist das alles was du kannst? Schau dich doch einmal an. Deine Mutter kommt vor Sorgen um dich fast um. Deine kleine Schwester hat panische Angst davor wenn du wieder zu Hause Bier trinkst. Du hast deine Lehrstelle verloren, deine Freundin hat sich verlassen, Schulden über Schulden. Drogen? Gewalt? Und sonst nichts? Ist das alles? Gut, dein Vater ist abgehauen, hat euch einfach sitzen gelassen, Aber ist das ein Grund andere Menschen so zu terrorisieren?“ Denk nach! DENK NACH! Ist das wirklich alles was du aus deinem Leben machen willst?“

Für einen Moment war es mucksmäuschen still und ich würde sicher Zeuge brutaler Gewalt werden. Komischer Weise hatte ich für einen Moment mehr Angst um den Punker als um Gabriel. Der angesprochene stand mit offenem Mund da, und rang ganz offensichtlich um seine Fassung Während sich die anderen fragend ansagen, stammelte er.

Woher weist du….. ich habe….WAS?? Ach was soll…. Verdammt noch mal…. wer bist du eigentlich?“

Gabriel!“Antwortete dieser als ob das alles erklären würde.

In diesem Moment hielt die Straßenbahn an der nächsten Haltestelle und die Türen gingen auf.

Ach scheiß doch drauf!“ sagte der Punk. „Mir ist das zu blöd hier, kommt Jungs lasst uns abhauen.“

Damit drehte er sich auf der Stelle um und verließ schnell die Straßenbahn. Die anderen standen noch einen Moment, sich immer noch schulterzuckend ansehend da und gingen dann auch. Schnell verschwanden sie in einer Seitenstraße und waren weg. Die Türen schlossen sich wieder und die Straßenbahn fuhr weiter. Der junge Mann kam wieder auf die Beine, Bis auf eine Blutende Nase schien es ihm gut zu gehen. Das Mädchen bedankte sich überschwänglich bei Gabriel. Vermied es aber ihn zu berühren, Alle anderen sprachen durcheinander und es vielen immer wieder Bemerkungen über die verkommene Jugend von heute. Als Gabriel schließlich wieder bei mir saß war er vollkommen ruhig. Er atmete noch nicht einmal schneller.

Luke Elljot

 

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Über Luke Elljot - Autor

Bei Beginn des Blogs 2015 war ich um jetzt genau zu sein 53. Ich möchte so über meine persönlichen guten Erfahrungen auf dem Gebiet der Gedankenkraft informieren. Inclusive den natürlichen Rückschlägen. Dazu habe ich auch ein Buch geschrieben: Lutz Jacobs, Gesundheit und Spiritualität. ISBN: 978-3 8442-3669-9 erhältlich beim epubli Verlag. http://www.epubli.de
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