Die Vögel des Kummers und der Sorge #3. © by Luke Elljot

Diesen kleinen Absatz werde ich vor jeden Artikel voranstellen. Wer regelmäßig mit liest, sehe darüber hinweg.

Eine neue Aufgabe ist an mich heran getragen Worden. Ein früherer Bekannter und Berufskollege hat mir sein Tagebuch zugeschickt. Auch er ist mit seiner Praxis pleite gegangen Ist allerdings deutlich jünger als ich. Er hat in meinem Blog gelesen und fand sich in verschiedenen Passagen wieder. Darum hatte er eine Bitte an mich. Glücklicher weise findet er meinen Schreibstil toll. Gerne komme ich dieser Bitte nach.

Er hat mir seinen Aufschrieb (200 A4 Seiten) zugeschickt. Ein Tagebuch, wenn man so will. Mit der Bitte es zu überarbeiten und eine „Geschichte“ daraus zu machen. Ich fand die Idee toll. Also werde ich Seite für Seite überschreiben, ihm zuschicken, und wenn er sein OK gibt, in meinem Blog veröffentlichen. Ja, meine Gedanken holen mich ein. TOLL!!! Neben meinem Gitarre und Blues üben (und vielleicht eine eigne CD veröffentlichen) , meinen eigenen Romanen, meiner Arbeit (450,.€ Job) und jetzt diesem neuen Projekt, bin ich voll ausgelastet.

Das die Vögel des Kummers und der Sorge

über unseren Häuptern fliegen,

können wir nicht verhindern.

Aber das sie Nester in unseren Haaren bauen,

das können wir verhindern.

  • chin. Weisheit –

Irgendwo, beginnt eine Geschichte.

Beim schreiben, mit dem ersten Wort. Doch wo beginnt eine Lebensgeschichte. Oder womit. So eine wie diese hier. Selbst beim schreiben ist es wichtig die Geschichte mehrdimensional zu gestalten. Ihr und den Charakteren sozusagen Leben zu geben. Doch diese hier ist Leben. Es ist die Geschichte von…. nennen wir ihn Hans Schuld. Ein Arbeitstitel sozusagen. Eine Geschichte die mir zugetragen wurde, und deren Ehre ich habe, sie erzählen zu dürfen. Eine Vollkommen normale Geschichte. Wie sie alltäglicher nicht sein könnte. Und trotzdem ist es für Hans Schuld die Geschichte seines Lebens. Seine Lebensgeschichte! Zumindest zum Teil. Also. Alles was jetzt folgt, ist nur in meiner Begleitung. Es ist Hans Schuld.

Wenn Hans direkt spricht, dann immer kursiv.

Alle Personen in dieser Geschichte sind so verändert, dass sie keiner echten, tatsächlich lebenden Person mehr ähneln können. Dies haben Hans und ich so geregelt. Es wäre purer Zufall wenn dem doch so wäre. Das was ich hier veröffentliche sind seine Worte. Welche Meinung man auch immer dazu hat, es ist damals so gewesen. Entsprechende Kommentare werde ich ihm übermitteln.

3.

Ich war der Auffassung das Hans Schuld auch immer mal zu Wort kommen sollte. Direkt und ohne meine… Freiheiten. Er findet das in Ordnung. Und er wollte einstweilen auch keine Datumsangaben. Nur einfach Text.

Hans Schuld:

Ich hoffe das diese Tagebücher eines Tages für andere zu einem Munter oder Mutmacher werden können. Ich weiß nicht warum, aber ich weiß das ich es nicht umsonst aufschreibe. Denn für mich sind sie es schon. Sie waren mir sehr hilfreich. Vielleicht darum.

Luke :Die Ähnlichkeit der Schicksale von Hans Schuld und mir beweisen ja, das wir auf unseren Wegen nicht so alleine sind wie wir immer denken.

Hans Schuld:

Dass sie Menschen dazu veranlassen noch mehr zu lesen und mehr nachzudenken. Was ich besser auch getan hätte. Nachdenken. Viel mehr nachdenken. Dann hätte ich mir manches erspart. Ich habe immer nur gemacht. War ein Macher. Und jetzt? Was ist geblieben? Nutzlosigkeit. Leere. Mag jeder denken was er will. Ich bin jetzt hier in diesem Moment leer. Anscheinend war alles falsch.

Das folgende unterstrichene habe ich nachträglich eingefügt. Denn Luke schrieb in meine Kladde das wir nicht wissen, was ein Fehler ist. Mancher Fehler erweist sich im Nachhinein sogar als Gewinn. Es macht Spaß dieses hin und her. Gut, Es wird sich zeigen denke ich.

Hier alleine zu sitzen und zu schreiben ist richtig. Das fühle ich ganz genau. Irgendwie scheint sich alles zu verändern wenn ich es schreibe. Nichts ist so geworden wie ich es mir vorgestellt habe. Ein schönes Leben, aufgebaut auf allem was richtig ist. Und nun muss ich die Trümmer zusammensuchen. Von dem was da noch ist. In mir. Und das schreiben hilft mir dabei. Lesen. Lesen verändert einen Menschen. Jedes Buch, alles was man tut oder erlebt verändert einen Menschen. Was tut dann erst schreiben mit einem Menschen. Geschichte erschaffen. Vielleicht sogar Leben. Ich habe vor kurzem eine Geschichte gelesen. Über Benjamin Franklin. Im Moment fühle ich mich wie der kleine Benjamin. Irgendwie beruhigend zu wissen das auch große Männer Fehler gemacht haben. Gut er war ein Kind, aber trotzdem.

Als Benjamin Franklin 7 Jahre alt war, machte er einen Fehler, den er 70 Jahre nicht vergaß. Damals mit sieben, hatte er er sich in eine Pfeife verliebt. Aufgeregt stürmte er in den Spielzeugladen, baute alle seine Kupfermünzen auf dem Tresen auf, ohne nach dem Preis zu fragen. Siebzig Jahre später schrieb er an einen Freund. „Ich kam nach Hause und lief durchs ganze Haus und pfiff voller Begeisterung auf meiner Pfeife.“

Seine älteren Brüder und Schwestern fanden heraus dass er für sie, viel zu viel bezahlt hatte und lachten ihn aus. Und. Schrieb Franklin. „Ich weinte vor Scham.“

Immer wieder muss ich darüber nachdenken. Einen viel zu hohen Preis bezahlen, für etwas was andere von einem erwarten. Oder für etwas von dem man glaubt das es von einem erwartet wird. Ich verstehe das alles nicht. Nicht mehr. Was ist denn nun richtig?

Ich habe von einem Freund ein Buch geschenkt bekommen.“Denke nach und werde reich.“ von Napoleon Hill. Diese Geschichte stand darin. War das erste was ich gelesen habe. Hab das Buch aufgeschlagen und das gelesen. Um weiterzulesen fehlte mir lange die Kraft.

Und nun geht es los.

Sein Name ist Hans Schuld.Er ist verheiratet, aber lebt getrennt. Die Gründe dafür stehen in diesen Tagebüchern. Er ist knapp über dreißig Jahre alt und hat zwei Töchter von 8 und 5 Jahren. Er wohnt in einem beschaulichen Landstrich in Südniedersachsen. Zur Zeit arbeite er in einem Metall verarbeitenden Betrieb.

Nach seiner Pleite hat er alle möglichen Jobs angenommen. Im Straßenbau, hat Türen und Fenster eingebaut, Zeitungen ausgetragen, in einer Kneipe hinter dem Tresen und als Gärtner, oder oder Hausmeister. Was eben so kam.

Um seine 180.00 € abzutragen aber alles nicht genug. Die Privatinsolvenz ist beantragt, aber einige Schuldner wollen ihn nicht so einfach gehen lassen. Schießen immer wieder Quer. Von wegen Insolvenzverschleppung und so.

Aber Schulden gehören ja vielleicht nicht zum guten Ton, doch die Bereitschaft welche zu machen nimmt immer mehr zu. Sein Weg sollte das nie werden. Ganz im Gegenteil!

Nach der Pleite, die schon einige Jahre her ist, mit 21 hat er sich selbstständig gemacht, mit 25 war er pleite, war er vor allem sehr wütend Natürlich auf sich selbst. Er war ja viel zu jung!! Aber auch auf die Umstände, die Banken die ihn kaputt gemacht haben. Die Stadt, die die Straße und Fußwege vor seiner Praxis neu gemacht hat, eine ewig lange Baustelle. Die Neuen Gebühren die er für diese Verbesserung zahlen sollte. Wütend auf seine Familie die ihm nie vertraute und ihn nicht unterstützt hat. Ebenso wie seine Frau, die nie an ihn geglaubt hat.Die Kunden die seine Arbeit nie genug gewürdigt haben. Wütend auf die Umstände überhaupt. Wo er doch alles richtig gemacht hat.

Nie hat er wirklich eine Chance bekommen. Und so vergingen dies ersten Jahre.

Ich habe Hans gefragt ob das nicht ein bisschen viel Klischee ist. Aber genau so war es, sagt er.

Vor allem die Geburt der zweiten Tochter hat in niedergedrückt. Zwei Kinder, in solch einer Situation. Sie hat ihm die Fragen vor Augen geführt, vor deren Antworten er solche Angst hatte. Auch seine Kinder bekamen seine Wut. Nicht physisch. Aber gedanklich. Er weiß heute das es falsch war, aber damals?

Die Fragen?

Was hast du erreicht?

Was ist aus dir geworden?

Wie soll es weiter gehen?

Was kannst du denn deiner Familie jetzt noch bieten?

Und er fand nur eine Antwort. Und sie war, wie erwartet, nicht erfreulich

Wertlos! Ich bin einfach nur wertlos.

Er sah seine Sorgen und Ängste die ihn zu erdrücken drohten. Er wusste einfach nicht was er tun sollte, wie er damit umgehen sollte.

Er sah nur noch den Bankrott. Schulden, Schulden, Schulden. Sie wuchsen ihm über den Kopf, lähmten, ihn.

Und Angst. Einfach einen riesen schiss!

Beim aufschreiben dieser Zeilen, standen ihm die Tränen in den Augen.

Damals begann er in dem schon erwähnten Buch zu lesen. Was hatte er denn noch zu verlieren. Auch wenn ihm diese veramerikanisierten Philosophin nicht nicht viel sagten. Dennoch fing er an die beschriebenen Techniken anzuwenden. Irgendwie wieder Zuversicht zu finden war sein Ziel. Ihn schreckten diese vorgegeben Zeiten. Wenn du dies oder das Buchstabengetreu machst, dann hast du in dieser oder jener Zeit, dies oder das erreicht.

Auch wenn er dies nicht erreichte, bekam er wieder einiger maßen Luft. Eine Frage ließ ihn aber nicht los. Was ist wichtiger? Sich zu erkennen, oder sich zu verändern.

Veränderung, ohne Erkenntnis, die fehlte ihm, diese Erkenntnis. Er war immer noch so erfüllt von Wut und Angst und Sorge, da hatte nichts Platz. Es mag alles möglich sein. Dachte er immer wieder. Aber nicht für mich. Man muss vorsichtig sein nicht die eigene Identität zu verlieren. Doch durch dieses Buch fand ein Gedanke wieder zu ihm, der vorher vollkommen verschüttet war. Denn wenn es um Reichtum geht, geht es bei weitem nicht immer nur um Geld. Gibt es doch viele die reich, aber unglücklich sind.

Also las er aufmerksam weiter. Dann begann er diese Übungen für sich zu interpretieren.

Luke:  Wer aber ein „Geldbewusstsein“ für sich als höchstes sein Ziel sieht. Bitte. Ist ja jedem seine Sache. Dem kann man dieses Buch nur empfehlen. Aber auch sonst steht viel lesenswerte in diesem Buch.

Hans Schuld hat seine damalige Situation in einem kurzen Absatz zusammengefasst.

Ich schaute auf die Jahre die hinter mir lagen und sah nur verbrannte Erde. Dann blickte ich und dachte über meine Zukunft nach. Eine Zukunft die mir unbekannt war. Und ich hatte maßlose Angst dort ebenfalls nur verbrannte Erde vorzufinden.

Das was sein Leben ausmachte fehlte ihm. Er sah einfach keinen Sinn mehr. All die Aus- und Fortbildungen. Ein seriöser Beruf. Ein Heim für die Familie. Alles weg.

– Luke Ellot –

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Über Luke Elljot - Autor

Bei Beginn des Blogs 2015 war ich um jetzt genau zu sein 53. Ich möchte so über meine persönlichen guten Erfahrungen auf dem Gebiet der Gedankenkraft informieren. Inclusive den natürlichen Rückschlägen. Dazu habe ich auch ein Buch geschrieben: Lutz Jacobs, Gesundheit und Spiritualität. ISBN: 978-3 8442-3669-9 erhältlich beim epubli Verlag. http://www.epubli.de
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2 Antworten zu Die Vögel des Kummers und der Sorge #3. © by Luke Elljot

  1. haluise schreibt:

    WIR personen wurden für den konkurrenzkampf ERzogen von der nahen und fernen umwelt.
    es gilt, die AUTHENTIZITÄT suchen UND finden.
    UND
    das möglichst auch begreifen… BIN LUISE

    Gefällt 1 Person

    • Ja. Aber wir können auch entscheiden
      ob oder inwieweit wir dem „Kampf“ folgen. DAS macht uns wirklich aus. Völlig unabhängig davon ist es eines anderen Tagbuch, der seinen Seelenzustand von vor Jahren schildert. Ich werde beides, deinen Kommentar und meine Antwort an ihn weiterleiten. Danke dir. Luke

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