Morgenrot 36 © by Luke Elljot

Etwas vorab. Es ist möglich das ich mich in Zukunft max   1 x pro Woche melden werde. Es hat sich etwas neues,

sehr aufregendes ergeben. Darum muss ich mich jetzt auch kümmern. Wann es konkreter wird, melde ich mich. Hat nichts mit schreiben oder zeichnen zu tun.  🙂

(mit Musik)     

Doch jetzt weiter mit Johannes Morgenrot.

Der Abt der Druiden

Kapitel 9/1

Es war eine bizarre Situation.

Ich saß mit meiner besten Freundin an einem mir so wohlbekannten Ort, den ich schon so oft besuchte, und der mir jetzt in diesem Moment nicht hätte fremder sein können. Hier in diesem Raum stand ich schon so oft und ließ meiner Fantasie freien Lauf. Fantasien, in denen ich mir immer wieder vorstellte wie es gewesen sein mochte dieses einfache Leben. Fantasien die voller romantischer Vorstellungen waren, in denen ich ein einfaches Druidenleben führte in einer geliebten Gruppe von Druidenbrüdern. Doch was jetzt hier gerade geschah, wäre mir in meinen wildesten Fantasien nie eingefallen. Vor allem aber fand ich hier nichts romantisches. Nur Ärmlichkeit, Mühsal und Dreck und Gestank!

Und jetzt, mir gegenüber, saß der weiße Druide, der mich schon durch meine ganze Kindheit begleitete. Der wie ich glaubte nur „meiner“ Fantasie entsprang und der jetzt mit uns sprach. Mit uns wohlgemerkt. Er war nun länger nicht mehr nur mein.

Alles um mich herum wurde für mich von einem Moment in den anderen von einem Gespenstisch anmutenden irrwitzig verworrenem Abenteuer, zu einem namenlosen Entsetzen, das mein Herz voller plötzlicher Todesangst erstarren ließ. Wo war ich hier, wer was war Marcus Christianus, was war das für eine Halluzination? Oder war es gar keine solche. Aber was war es? Es war alles so wirklich!

Marcus bemerkte mein Zögern und sah meinen Gesichtsausdruck. Er sah mir in die Augen, streckte seine rechte Hand aus und sagte. „Hab Vertrauen. Es wird dir nichts geschehen. Es kann dir nichts geschehen. Dein Leib ist in vollkommener Sicherheit. Es sind deine Gedanken die auf Wanderschaft gegangen sind. Hab Vertrauen.“

Aber es ist alles so wirklich. „ sagte ich verzagt und traute mich nicht Mai in diesem schwachen Moment anzusehen. Denn was würde sie denken über einen solch ängstlichen Jungen.

Du bist jetzt in einem Reich das genau so wirklich ist, wie das in dem du gerade auf dem Rücken liegst und schläfst. Jedes für sich ist eine Hälfte des anderen und zusammen sind sie ein Ganzes. Aber dennoch voneinander getrennt.

Kennst du die Niebelungen?“ Fragte er unvermittelt.

Hatten wir gerade in der Schule, also nickte ich stumm.

Das Schwert des Siegfried ist Symbol für diese beiden Welten. Es ist zerbrochen, wie diese beiden Welten. Sie gehören zusammen, und sind dennoch getrennt. Wer diese beiden verbinden kann, ist ein Held. Deswegen kann es nur der Held in solchen Geschichten. Oder es aus dem Stein ziehen wie Arthus. So erhebt er sich von dem normalen Volk. Dieses Schwert des Siegfried ist ein Sinnbild für ein doppeltes Leben.Das eine ist eine Spiegelung des anderen, keines der beiden ist besser, oder mehr wert. Keines der beiden gäbe es ohne das andere. Und nur ganz erfüllt es seinen Zweck. Wie beides zusammengeschweißt wird ist ein Geheimnis das nur der wissen kann, der ein wahrer Wanderer sein will. Beim Abt nun, wirst du einen Teil, dieses Geheimnisses erfahren. Hab keine Angst. Lieber solltest du dich erfreuen an dem was du hier erlebst.“

Aber warum ich?“ immer wieder diese Frage.

Warum nicht?“ sagte Marcus mit einem Augenzwinkern.

Ich sah Mai an, die mit großen Augen da saß und vom einen zum anderen sah.

Bei mir ist alles in Ordnung.“ sagte sie.

Mit jedem seiner Worte löste sich der kalte Griff um mein Herz und ich entspannte mich.

Lasst uns zum Abt gehen.“

Zögernd nahm ich seine ausgestreckte und die Hand von Mai, dann standen wir auf. Fast so, als sähe ich diese kleine, erbärmliche Höhle zum ersten mal, sah ich mich um. Eine neue, eine andere Realität erfassend. Denn wenn ich in meinen Träume hier sein konnte, wo war diese Realität dann wenn ich nicht schlief? Oder geschah alles gleichzeitig und ich konnte es nur nicht sehen. Nicht, so lange ich nicht die entsprechenden Augen und Ohren hatte.

So wie es der Nazarener immer sagte.

Als Marcus sich aufmachte gingen Mai und ich wie die Kinder hinter ihm her. Erst als wir wieder nach draußen kamen, merkte ich wie schlecht die Luft in dieser Höhle tatsächlich war. Wir blieben einen Moment stehen um uns das Treiben auf dem offenen Platz anzusehen. Dann machten wir uns auf, den Platz zu überqueren.

Genauso wie das Pärchen, nahmen auch die Menschen hier draußen keine Notiz von uns.

Wir hielten uns links und gingen ein kleines Stück um die Felsen herum, in den Wald. Dort kamen wir an eine kleine Siedlung von fünf sechs Holzhütten aus denen ebenfalls Rauch drang. Die mittlere der Hütten war etwas größer und auf diese hielten wir nun zu.

Halte dein Herz fest!“ mahnte meine innere Stimme. Ich spürte eine geheimnisvolle Kraft aus allem herausquoll. Sie durchdrang alle Dinge, auch mich und meine Seele. Das Feuer vor der Hütte sagte diese Kraft in mir, ist das Ebenbild für mein irdisches Leben, so als ob diese Worte in mir gesprochen wurden. In diesem Augenblick fühlte ich heiß und glühend, das ich nur die Hand ausstrecken musste, und ich konnte dieses neue Leben spüren und in die Hand nehmen.

Dann betraten wir die Hütte und ich sah einen uralten Mann, mit klaren und wachen Augen. Seine braune, wettergegerbte Haut war von vielen Falten durchzogen. Mit vielen Lachfalten um die Augen. Umrahmt wurde dieses freundliche Gesicht von schlohweißen Haaren und einem langen weißen wallenden Bart. Auch er trug diese weite weiße Kutte mit dieser großen Kapuze.

.Gäste! Johannes mein Junge. Tritt ein, tritt ein. Tretet alle herein!“ sagte er fröhlich. „Kommt herein und lasst uns reden!“

Diese Hütte war mit nichts zu vergleichen, was ich in der kleinen Höhle vorfand. Es roch gut und es war sauber. Der Rauch des Feuers in der Mitte zog direkt durch das Loch oben in der Spitze des runden Daches ab.

Wem Gott eine Aufgabe gibt, dem gibt er Verstand.! Sagte der Abt. „Und den hast du bewiesen mein Junge. Auf direktem Weg hierher zu kommen war ein weiser Entschluss.“

Dabei lief er in der Hütte hin und her und trug Becher, eine Kanne, Obst, Brot und anderen Kleinkram herum und stellte einiges davon auf den sauberen Holztisch.

Setzt euch.“

  • -Luke Elljot-

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Über Luke Elljot - Autor

Bei Beginn des Blogs 2015 war ich um jetzt genau zu sein 53. Ich möchte so über meine persönlichen guten Erfahrungen auf dem Gebiet der Gedankenkraft informieren. Inclusive den natürlichen Rückschlägen. Dazu habe ich auch ein Buch geschrieben: Lutz Jacobs, Gesundheit und Spiritualität. ISBN: 978-3 8442-3669-9 erhältlich beim epubli Verlag. http://www.epubli.de
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