08 Gabriel – Kennen lernen 2 © by Luke Elljot

Was aber soll das heißen, nur noch an sich selbst zu denken. An welches ich denkt man denn da?? Wann weiß denn der einzelne wann er tatsächlich für sich selbst denkt und handelt, und wann er den Einflüsterungen von außen oder anderer folgt und erliegt.

Und wenn wir, wie du ja selbst zugegeben hast alle Teil des Ganzen sind, wie soll das dann gehen. Nur an sich zu denken? Sind wir doch Teil des Ganzen.

Ich weiß dass es im Moment Inn ist sich selbst zu verwirklichen, sich selbst zu finden. Das Individuum über alles. Freiheit um jeden Preis. Freiheit? Was für eine Freiheit soll das sein in einer materialistischen, nur auf das diesseits gerichteten Welt? Was soll das sein wenn diese Welt bestimmt was das ist. Freiheit.

Auch wenn es diese Welt anders sieht. Es kann ja nur die Freiheit des Geistes sein um die es geht. Doch letztendlich ist es auch nur eine Suche. Wenn auch vielfach in der vollkommen falschen Richtung. Nur zugeben wird das keiner. Zum einen aus Unwissenheit zum anderen müsste dann ja hinterfragt werden was sich hinter all dem tatsächlich verbirgt. Aber wie soll man das Unerklärbare erklären. Und die Angst das die Antwort; NICHTS, lauten könnte ist für viele genauso unerträglich. Das die Lösung das nicht tun, das geschehen lassen ist, ist für die meisten undenkbar, unwahrscheinlich unmöglich. Sie rufen „ Wir müssen doch etwas tun! Nur so kann die Schuld, die die Menschen auf sich geladen haben gemildert werden.“ Dann nehmen sie eine Taschenlampe, um das Universum zu erhellen!

Aber was ist denn dann für dich falsch oder richtig? Ich meine du musst doch einen Weg haben der Dich aus deiner Verzweiflung retten kann?“ sagte ich.

Es geht doch nicht um richtig oder Falsch. Verstehst du dass denn nicht! Denn was heute, deiner Meinung nach dem entspricht, kann schon bald ganz anders sein.“Vor Gott gibt es kein richtig oder falsch. Vor Gott gibt es nur Sein. Vor dem Unendlichen dem Ewigen ist alles kommen und gehen nur Illusion!“

Du glaubst an Gott?“

Natürlich!“ Das klang schon fast entrüstet.

Mir viel dieses Gespräch zunehmend schwerer. Denn ich besaß einen solchen Glauben nicht. Nicht ansatzweise.

„“Gottes Reich ist überall. Überall in diesem Universum. Er IST in allem und Teil von allem.“

Eigentlich war ich ja auf dem Heimweg. Nun stand ich hier herum und führte mit einem Penner philosophische Diskussionen über Gott und die Welt… oder so. Ich sah mich um und erschrak. Als ich hier ankam, war es so kurz nach sechs Uhr, jetzt war es nach sieben. Eine Stunde stand ich schon hier. Es war jetzt fast völlig dunkel, nur die Laternen von der Straße verbreitete noch ein bisschen Dämmerlicht.

Eine Stunde waren wir jetzt also schon zusammen. Die Zeit war vergangen wie im Flug. Aber was solls. Zu Hause erwartete mich keiner und das hier war wenigstens mal etwas anderes.Als ich wieder aufsah, sah er mich wieder mit diesem besonderen ihm sehr eigenen Blick an. Warum konnte ich nicht sagen, aber ich fühlte mich wieder ertappt. Auch wenn ich in seinem Blick keinen Vorwurf oder etwas ähnliches sah, eher etwas wie Verständnis.

Also doch.“ sagte er dann.

Also doch was?“

Du hast keine Zeit mehr.“

Weil ich auf die Uhr geschaut habe.“

Er nickte nur.

Nein! Nein, nein. Das ist eine Dumme Angewohnheit. Da man sowieso immer zu wenig Zeit hat, guckt man immer wieder, auch wenn es nicht nötig ist, auf die Uhr, ob einem noch genug bleibt.“

Also stimmt es doch!“

Ich machte den Mund auf um etwas zu sagen, machte ihn aber nach einigen wenigen Momenten wieder zu. Dann sagte ich nur kurz. „Stimmt.“

Aber das ist doch erstaunlich. Der Mensch wähnt sich als das Ebenbild Gottes und lässt sich von so einem kleinen Metallding bestimmen. Schon erstaunlich.“

Warum?“ rutschte mir spontan heraus.

Weil die Zeit eines jeden Menschen hier begrenzt ist. Und anstatt diese zu genießen, hetzen die Menschen, getrieben von ihren kleinen tickenden Dingern durch ihr Leben. Von genießen kann da sicher keine rede sein, oder?“

Nein, sicher nicht, gab ich zu.“

Das Leben eines jeden Menschen ist ein Mysterium. Und bei jeder Geburt stimmt das ganze Universum ein Hohelied an. Und die Menschen wissen es nicht. Kennst du jemanden der sich schon einmal nach seiner wahren Bestimmung gefragt hat?“

Nein.“ sagte ich Wahrheitsgemäß.

Oder hast du dir diese Frage schon einmal gestellt?“

Nein. Und du?“

Ich kenne meine Bestimmung, ja. Und deswegen sitze ich hier, weil ich sie einfach nicht mehr erfüllen nicht mehr finden kann und weil ich nicht mehr weiß wie! Denn ich weiß nicht mehr wer ich wirklich bin.“

Da wusste ich nichts mehr zu sagen.

Eine ganze Weile stand ich während er saß, einfach nur da und wir beide sagten kein Wort. Nach einer Weile, als das Schweigen, zumindest mir schon etwas peinlich wurde, räusperte ich mich ein paar mal, lief etwas hin und her und überlegte wie es weitergehen konnte. Auch wenn er ziemlich.. nun ja besonders war. Er interessierte mich einfach. Und er war mir so unglaublich sympathisch. Hier bleiben ging nicht, aber wohin?

OK“ begann ich. „Wie wäre es wenn wir beide jetzt einfach mal von hier verschwinden. Das hier ist sicher nicht der allerschönste Ort. Hier wird man ja vollkommen deprimiert. Und ich glaube wir haben noch so einiges zu besprechen. Also, wie wäre es wenn wir zu mir gehen, ich koche uns eine schöne Tasse Tee und wir reden dort in Ruhe weiter.“ Also, was sagst du?“

Er sah mich an, uns sagte „Ehrlich? Du lädst mich zu dir nach Hause ein? Das ist sehr edel, aber nicht nötig. Ich möchte dir nicht noch mehr Umstände machen.“

Wer sagt heute noch edel? Dachte ich.

Ach quatsch. Das sind doch keine Umstände. Ich sitzt sowieso wieder nur den ganzen Abend alleine herum. Nein du tust mir einen Gefallen.Ehrlich! Komm, lass uns gehen!“ sagte ich und streckte ihm demonstrativ meine Hand entgegen um Ihm aufzuhelfen. Zu meiner Überraschung nahm diese auch sofort und setzte sich auf. Dann mit einem leichten Ruck stand er auf. Ich war überrascht wie leicht er war, und als er vor mir stand, bemerkte ich das er tatsächlich genauso groß war wie ich.

Stefan!“ Er sah mich etwas verwirrt an und so ich fügte hinzu „Mein Name, Stefan ist mein Name.“

Oh! Ja, genau wir sollten zumindest unsere Namen kennen. Ich bin Gabriel. Das ist so ziemlich das einzige woran ich mich erinnere. Aber ich denke das ist zumindest etwas. Seinen Namen zu kennen ist glaube ich so ziemlich das wichtigste.“

OK. Gabriel. Dann mal los.“ sagte ich sehr unternehmungslustig. Im Ich war mir ziemlich sicher das alle meine Bekannten mir einen Vogel zeigen würden, dass ich so einem Typen, wie sie sich sicher ausdrücken würden, mit nach Hause nahm.

Aber im Grunde war ich jetzt das erste mal wirklich froh alleine zu leben. Denn so musste ich auf niemanden Rücksicht nehmen und konnte den Abend machen was ich wollte. Es war Freitag, was sollte schon sein?

Als wir aus der dunklen Gasse auf die Straße traten, schlug uns wieder das pralle Leben entgegen und frische Luft.

. Es war für mich ein Gefühl, als ob ich nach einer langen Abwesenheit, wieder ins Leben zurückkam. Die Autos und die Straßenbahn fuhren an uns vorbei. So wie auch die Anonymen Menschenmassen an uns vorbei eilten. Wobei mir nicht die abfälligen Blicke und Bemerkungen in Bezug auf Gabriel, mancher Passanten entgingen.

Einen Moment standen wir da und sahen uns das Treiben an. Und ich fühlte das erste mal diese Einsamkeit unter Menschen zu sein.

Gut,“ sagte ich „dahinten kommt die 14, Die müssen wir nehmen dann kommen wir nach Hause.“ Gabriel folgte meinem Blick Richtung Straßenbahn und sagte. „Das geht nicht, denn ich habe kein Geld.“

Oh. Ach ja, gut. Ich lade Dich ein. Also komm jetzt.“ sagte ich und nahm Gabriel am Arm um ihn sanft über die Straße zu ziehen. Ohne jeden Widerstand folgte dieser mir und wir gingen über die Straße zu der Haltestelle in deren Mitte. Es war ja auch schon etwas später und so war auch nicht mehr so viel Verkehr. Auch die Straßenbahn war nicht mehr so voll. Nachdem ich die Tickets für uns beide zog,wollten wir uns uns einen freien Platz suchen und uns setzen. Ich zog es vor etwas weiter weg von der Tür zu sitzen, und so gingen wir durch den Waggon, der schon ziemlich alt und abgeranzt war. Mann konnte an vielen Stellen Verbrennungen von ausgedrückten Zigaretten sehen. Kaugummies klebten auf dem Fußboden überall waren Macken und Kratzer. Selbst an den Wänden und in die Scheiben hatten irgendwelche… was auch immer, ihre Zeichen geritzt. Alles war abwischbar und unpersönlich. Warum hätte es auch anders sein sollen. Denn wäre hier irgend etwas schönes angebracht worden, hätten irgendwelche Idioten es sicher kaputt gemacht. Sich umsehend, gingen wir langsam durch den Waggon nach hinten und suchten uns einen Platz. An allen Sitzplätzen wo wir uns dazu hätten setzen können zeigten uns die Leute die dort saßen sehr deutlich das sie uns nicht haben wollten. Aber wir fanden wie gesagt einen freien vierer und setzten uns.

Danke.“ Sagte Gabriel. Als wir uns nebeneinander in Fahrtrichtung setzten. „Vielen Dank.“

Ich für meinen Teil war sehr froh jetzt hier zu sein, und vor allem gleich zu Hause. Auch wenn ich es nicht war haben wollte, das Gespräch und alles hatten mich doch etwas angestrengt. Es tat wirklich gut, jetzt richtig zu sitzen.

Is schon OK.“ antwortete ich.

Jetzt lass uns ganz in Ruhe nach Hause fahren, dann nimmst du eine Dusche, kriegst frische Klamotten, und dann reden wir. Meine Sachen müssten dir eigentlich passen. Wir sind ja in etwa gleich groß. Und dann machen wir uns einen schönen Abend, ok?“

„Ja,“ sagte Gabriel zufrieden.

-Luke Elljot-

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Über Luke Elljot - Autor

Bei Beginn des Blogs 2015 war ich um jetzt genau zu sein 53. Ich möchte so über meine persönlichen guten Erfahrungen auf dem Gebiet der Gedankenkraft informieren. Inclusive den natürlichen Rückschlägen. Dazu habe ich auch ein Buch geschrieben: Lutz Jacobs, Gesundheit und Spiritualität. ISBN: 978-3 8442-3669-9 erhältlich beim epubli Verlag. http://www.epubli.de
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4 Antworten zu 08 Gabriel – Kennen lernen 2 © by Luke Elljot

  1. haluise schreibt:

    ICH WEISS nicht, wer ich bin.
    jedoch
    am wohlsten fühle ich mich in MEINER STILLEN ICH-BIN-ECKE nicht denkend, denn denken manipuliert matrixiliert bereits wieder: beunruhigend, kribbelnd elektrisierend unwohlig, so fühlt sichs an.
    UND
    dann BIN ICH noch LEBENDIG in humor und albernheit
    BIN LUISE

    Gefällt 1 Person

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