Morgenrot 35 © by Luke Elljot

Kapitel 8/4

Mit einem leichten Bedauern half ich Mai die Sachen einzupacken, denn ich wollte diese schöne Zweisamkeit nicht wirklich gerne aufgeben. Doch dann gingen wir zurück zu der Felsformation. Der Tag war immer noch schön und warm, aber trotzdem waren hier kaum Leute unterwegs. Und die die da waren, waren höchst unhöflich. Zwei mal wurde ich fast über den sprichwörtlichen Haufen gelaufen und konnte dies nur mit beherzten Sprüngen an die Seite verhindern. Auch mein lautes Fluchen half da nicht. Ich wurde schlicht ignoriert von diesem unhöflichen Touristenvolk. Als wir um den großen Felsen herumgingen sahen wir die Höhle und das Rauch aus ihr hervor kam. Mai sprach mich darauf an und ich antwortete das vermutlich wieder die Angestellten ein wenig das Druidenleben nachstellten. Aber so recht glauben wollte ich selbst meinen eigenen Worten nicht.

Als wir noch etwa 10 Meter entfernt waren, trat Marcus aus der Höhle und stellte sich in den Eingang.

Ist er dass?“ sagte Mai neben mir und ich wäre vor Schreck fast über meine eigenen Füße gefallen.

Kommt! Kommt herein, lasst uns reden!“

Lasst uns reden? UNS?“ sagte ich entsetzt und blieb stehen. „Ihr, ihr könnt euch sehen. Aber wie ist das denn möglich?“

Glaube Johannes. Glaube und Vertrauen. Und außerdem Notwendigkeit!“

Ich merkte zunächst überhaupt nicht das ich stehen blieb so aufgeregt wie ich war. Und auch nicht, dass Mai ihre Hand auf meinen Armen legte und beruhigend auf mich einsprach. Sie war selber vollkommen verblüfft. Aber wie schon die ganze Zeit nahm sie es mit einer erstaunlichen Gelassenheit.

Johannes. Komm einfach herein. Komm zusammen mit deiner Freundin herein und lasst uns zusammen reden. Marcus drehte sich herum und verschwand wieder in der Höhle.

Erst jetzt bemerkte ich das ich stand und ich musste mich aus dieser Starre regelrecht herausreißen, Dann gingen wir zusammen Marcus nach. Wir folgten ihm durch den schmalen Eingang, der wie ein kleiner Tunnel wirkte und in dem wir nur hintereinander gehen konnten in die dunkele kleine Höhle.

Marcus saß bereits und machte eine einladende Geste.

Dann saßen wir zusammen in dieser unsagbar ärmlichen Höhle. Die Stühle und alle anderen Möbel waren selbst gezimmert. Die Stühle standen um einen grob zurecht geschlagenen Stein der als Tisch diente herum. Auf dem Boden lag Stroh. Auf einem grob gehauenen Regal stand eine stinkende und rußende Kerze und verbreitete etwas Licht. Über der Kerze hing ein kleines eiserne einfaches Kreuz.

Auf der Feuerstelle stand ein Kessel voller Wasser auf einem Metallgestell über dem Feuer. Der Rauch zog über die Decke einfach aus einem kleinen Loch in der Wand nach draußen. Doch die Luft war dennoch bei jedem Atemzug mit einem leicht reizenden beißen unterlegt. Es herrschte bis auf das im Feuer knackende Holz vollkommene Still und wir beide sahen Marcus erwartungsvoll an.

Der stand auf, holte aus einem tönernen Topf einige Kräuter, die er in ebenfalls tönerne Becher legte. Auf diese goss er das heiße Wasser. Augenblicklich wurde der Raum vom erfrischenden Duft frischer Wiesenkräuter erfüllt. Dann sagte er Fröhlich.

Tee!“

Was für Tee?“ antwortete ich ohne nachzudenken.

Kräutertee.“

Tee. Ich soll jetzt hier sitzen, nach allem und gemütlich mir dir Tee trinken?“

Ja! Warum auch nicht?“

Marcus warum sind wir, warum bist du hier? Warum konnte nur ich dich bis jetzt in meinen Träumen sehen und auf einmal sieht dich Mai und wir unterhalten uns in dieser … Höhle und…“

wer sagt denn das du nicht auch jetzt träumst?“

Da kamen zwei ärmlich gekleidete und schmutzige Personen herein. Keine Ahnung wer, aber sie beachteten uns nicht. Sie unterhielten sich über den kommenden Tag. Wie schrecklich der Lehnsherr sie aussaugte, und das ihnen die Kirche dass bisschen was blieb, zu einem Großteil auch noch wegnahm. Im Namen der Herren!

Was dann kam war so unheimlich, das ich es kaum aufzuschreiben vermag. Der Mann setzte sich auf Marcus. Aber eigentlich setzte er sich in ihn hinein. Ich konnte Marcus immer noch sehen, aber er war irgendwie in dem Mann.

Dann wollte sich die Frau auf meinen Platz setzen. Doch dort saß ja ich. Also sprang ich schnell auf und stellte mich neben meinen Stuhl. Ich sah Mai an die mit den Schultern zuckte.

Marcus, was ist hier eigentlich los?“

Du träumst. Und du wanderst!“ sagte er gelassen.

Das wir sprachen störte die beiden anderen überhaupt nicht. Mit keiner einzigen Regung namen sie Notiz von uns.

„Das heißt es ein Wanderer zu sein ?“

Ja, und noch viel mehr! Ein Wanderer kann seine Träume bewusst nutzen. Denn in Deinen Träumen kannst du Dinge sehen, Orte erreichen, die du im Wachen nie sehen oder erreichen könntest. “ Die beiden gingen wieder nach draußen und wir waren wieder allein. Die ganze Zeit über wagte ich kaum zu atmen. Sie redeten über den Tag und all ihre Sorgen die sie so hatten. Und als ich sie so reden hörte stellte ich fest das es im Grunde genommen die gleichen Gespräche waren wie heute.

So, jetzt aber. Tee!“

Marcus stellte die Becher vor uns und wir tranken Tee.“

Ich träume also!“

JA, du träumst! Und wenn wir ausgetrunken haben müssen wir los. Der Abt erwartet uns schon.

Der Abt.“

Mein Abt.“ „Druiden haben einen Abt?“ „Ja, den haben wir. Manche nennen uns in anderen Sprachen Gutmenschen, oder Urchristen. Catharer oder Albigenser meine ich. Das weiß ich aber nicht so ganz genau. Ja, wir haben einen Abt. Er ist unser Geistiger Führer und er möchte dich kennen lernen.

Es geht das erste mal los für dich in die alte Welt. Auf dem Weg zum Abt! Das erste mal wirst du diese alte Welt mit deinen Augen besehen. Eine unverfälschte Sicht. Ihr solltet beide genau aufpassen. Denn so wie es aussieht werden wir uns jetzt öfter sehen. Die Bauern im Tal werden sehr erfreut sein euch zu sehen. Denn wir müssen das Rätsel um Adono Dederich von Alverdissen lösen.Denn eigentlich dürfte er nicht hier sein. Aber das wird euch der Abt alles erklären.

-Luke Elljot-

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Über Luke Elljot - Autor

Bei Beginn des Blogs 2015 war ich um jetzt genau zu sein 53. Ich möchte so über meine persönlichen guten Erfahrungen auf dem Gebiet der Gedankenkraft informieren. Inclusive den natürlichen Rückschlägen. Dazu habe ich auch ein Buch geschrieben: Lutz Jacobs, Gesundheit und Spiritualität. ISBN: 978-3 8442-3669-9 erhältlich beim epubli Verlag. http://www.epubli.de
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