07 Gabriel – Kennen lernen 1 © by Luke Elljot

Man hört und liest ja immer wieder von Leuten die unter Drogeneinfluss Visionen oder so etwas ähnliches haben. Und das diese Visionen so intensiv werden das diese dann nicht mehr von der Realität unterschieden werden können. Obwohl ich auch schon von Psychosen (so nennt man das glaube ich) hörte, die den gleichen Effekt haben. Das menschliche Gehirn ist schon ein wundersames Gebilde. Realität, Wahn – fließende Grenzen. Anscheinend befand sich hier so jemand genau vor mir. In diesem Moment war immer noch die Hoffnung in mir das ich mit meinem Gefühl das er ungefährlich war nicht falsch lag. Aber trotzdem, so ganz unrecht hatte er ja auch wieder nicht. Dachte man genauer darüber nach, gab die Menschheit wirklich kein besonders gutes Bild ab. Doch diese Apokalyptische Ausdrucksweise war schon etwas psychedelisch. Dann sprach er weiter. Während ich immer mehr das Gefühl bekam, das er eigentlich mehr zu sich selbst sprach denn zu mir. Tatsächlich schien er mich überhaupt nicht mehr wirklich wahr zu nehmen.

Alles womit die Menschen in Kontakt kommen tränken sie früher oder später im Blut! Oft genug sogar in ihrem eigenen. Ich weiß wirklich nicht mehr warum die Schöpfung so etwas vorsieht.“

Die Menschen bekamen diese Welt, bekamen dein Wort. Die Bestimmung Kinder Gottes zu sein. Alles ist Teil des Einen. Des Ganzen. Alles ist in ihnen. Denn das sind wir alle. Seine Kinder. Das perfekte Werkzeug in einer dafür perfekten Welt.

Alles Wissen. Alles was sie wissen mussten und müssen, steht oder stand in den heiligen Schriften. Alle Rätsel könnten die Menschen damit lösen. Doch anstatt zu lernen, streiten sie sich um Interpretationen, wer womit wie recht hat und wer nicht. Die Lehren wurden nach belieben verändert. Je nach den momentanen Befindlichkeiten und Bedürfnissen angepasst. Und was noch schlimmer ist, anders denkende wurden und werden sogar getötet. Im Namen des Einen erschlagen! In seinem Namen!

Waffen wurden gesegnet. Atombomben gesegnet von den christlichen Kirchen. Den Kirchen die einen schrecklichen rachsüchtigen Gott erdachten, den es nie gab, oder geben wird. Die Schöpfung kennt keine Rache, nur Überfluss. Nur Ursache und Wirkung. Anders denkende werden als minderwertig angesehen. Oder sogar als nicht lebenswürdig, nur weil sie andere Ansichten haben. Menschen sind schrecklich.“

Immer wieder war ich kurz davor ihn zu unterbrechen und ihn zu beruhigen. Aber es war nicht möglich. Er redete sich regelrecht in Rage und das hier geschriebene ist lediglich die Kurzform von dem was er so alles von sich gab. Aber… ich war jetzt so weit gegangen. Auf die Uhr sah ich schon lange nicht mehr. Was ich hier erlebte war so ungewöhnlich, ja außergewöhnlich. Jetzt wollte ich diese Geschichte hier zu ende bringen. Ein weitgefasste Ende, wie sich noch herausstellen sollte. Also weiter in seinem Monolog.

Manchmal denke ich die meisten Menschen brauchen den Glauben nur zu einem Zweck. Um andere deswegen töten zu können. Traurig. Sehr, sehr traurig. Dabei gibt es so viele Facetten von dem einen. Von der einen Wahrheit. So viele Möglichkeiten. Und jetzt weiß ich selber nicht mehr was ich glauben soll. Ich weiß ja noch nicht einmal wer ich wirklich bin.“

Es entstand ein Moment des Schweigens. Jetzt wo er mit leerem Blick die schmutzige Wand anstarrte und nichts mehr sagte, wollten mir auch keine zusammenhängenden Worte einfallen. Um ehrlich zu sein, wusste ich auch nicht ansatzweise, was ich hätte sagen sollen. Nach dem Vortrag kamen mir alle weiteren Worte die ich hätte sagen können leer und hohl vor.

Alles mögliche hätte ich erwartet. Dass er mir erzählen würde wie schwer sein Leben immer war. Er seinen Job verloren hätte, seine Frau eine Schlampe sei, die ihn betrogen hat und mit seinem Geld abgehauen ist. Sein Chef ein Ausbeuter ist. Dass die ganze Welt schlecht sei, er nie wirklich eine Chance bekommen hätte.. aber dass? Nein, damit hätte ich nie gerechnet.

Gut!“ Sagte ich dann und holte tief Luft. Ganz tief Luft. „Jetzt kenne ich deine Einstellung zur Menschheit so im allgemeinen. Ich verstehe zwar nicht warum dass so ist, aber dass ist ja auch deine Sache. Doch was hat das denn mit dir zu tun? Jedem steht seine Meinung zu. Ich stehe den Menschen auch sehr kritisch gegenüber, deswegen lebe ich aber trotzdem mein Leben. Ohne mich deswegen gleich selbst fertig zu machen. Man kann sich doch nicht wegen der Dummheit der anderen Menschen, dem Weltschmerz im großen und ganzen, selber aufgeben. Nein! Sicher nicht. Lebst du deswegen auf der Straße?

Du kannst dich doch nicht allen ernstes für die ganze Menschheit und deren Geschichte verantwortlich fühlen. Daran muss doch jeder verzweifeln, dass kann doch einer alleine nicht ertragen. Das ist unmöglich!

Du musst auch an dich denken, dein Leben leben. Du musst positiv denken und handeln. Du musst dir für dich und dein Leben wieder Ziele setzen, vielleicht sogar neue Ziele die du auch erreichen kannst.

Du wirst sehen, dann geht es dir auch wieder besser. Und überhaupt, sind die Menschen auch nicht sooo schlecht wie du sagst. Sicher sie streiten und machen viele schreckliche Sachen, Aber doch nicht alle. Es gibt so viele gute Menschen. Menschen die anderen helfen, für andere da sind und einstehen. Aber so ist das nun einmal. Wer ist schon perfekt? Dass macht doch uns Menschen alle aus. Jeder ist auf seinem Weg ist einzigartig. Genau diese Fehlerhaftigkeit ist es doch die uns Menschen ausmacht. Also. Jetzt komm doch mal runter und beruhige dich.

Ey, das war echt eine gute Leistung für meine Verhältnisse. So einen Vortrag hätte ich mir überhaupt nicht zugetraut. Das Gefühl mich selber gerne reden zu zu hören kannte ich nur all zu gut. Doch dieses mal fand ich mich wirklich wirklich richtig gut. Ich hätte sicher auch noch eine Weile so weiter gelabert, aber dann sah ich seinen Blick, sah in seine Augen und schluckte meine weiteren Worte herunter.

Äh ja. Also wie gesagt.“

Zweitausend Jahre Christentum. Zweitausend Jahre. Und ihr habt nichts verstanden. Nichts. An mein Leben denken? An mich? Positiv denken? Ein Ziel setzen? Was soll dass alles ohne dem Allumfassenden. Was bin ich dann anderes als ein Hamster im Rad. Ich bewege mich, aber es passiert nichts.

Es ist doch alles da, aber in dir in mir. Wo soll ich denn hingehen, sind wir doch alle ein Teil des ganzen. In der äußeren Welt jedenfalls, finden wir nichts was uns Trost spendet. Es ist alles in uns.“

Da hast du es!“ dachte ich noch. „schwinge nicht so große Reden, wenn du auf deine eigenen Worte keine Antworten hast.“

Na ja,“ begann ich stockend. „Positiv denken heißt das du nicht immer nur die negativen Dinge im Leben siehst. Dich auf das gute und schöne in deinem Leben konzentrierst und darauf aufbaust.“

Aber nur weil ich die Negativen Dinge nicht beachte sind sie doch nicht weg, oder nicht geschehen. Was soll daran denn gut sein? Es ändert nichts an den Äußerlichkeiten. Warum soll ich mich dann darauf besinnen?“

Gut, ääähh das ist richtig. Also hhmm. Aber wem hilft es wenn du dich deswegen fertig machst? Dass ändert doch auch nichts.“

Wir alle sind Teil des Ganzen. Wir alle leben in der gleichen Welt und es geschieht nichts nur für sich. Alles ist in allem enthalten, das Gute so wie das Schlechte. Auch wenn die meisten Menschen dies nicht wahr haben wollen. Jede Tat, und auch jeder Gedanke ist eine Wirksamkeit in dieser äußerlichen Welt. Egal was und wie ich es in dieser Welt mache. Es schließt immer das Gegenteil mit ein. In uns, durch nicht tun finden wir Trost und Frieden. Es ist einfach unmöglich nur an sich zu denken. Wir alle sind durch den universellen Gott, Geist, Kraft, Energie, wenn du so willst, miteinander verbunden. Es gibt viele Namen für ein und das selbe! Und wir leben in dieser Welt alle zusammen.“

Da mir im Moment nichts gescheites einfiel was ich dagegen setzen konnte, nickte ich nur bestätigend.

Es war seine Sicht und ich fand sie interessant.

Ich musste ihn näher kennen lernen! So viel war klar!

-Luke Elljot-

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Über Luke Elljot - Autor

Bei Beginn des Blogs 2015 war ich um jetzt genau zu sein 53. Ich möchte so über meine persönlichen guten Erfahrungen auf dem Gebiet der Gedankenkraft informieren. Inclusive den natürlichen Rückschlägen. Dazu habe ich auch ein Buch geschrieben: Lutz Jacobs, Gesundheit und Spiritualität. ISBN: 978-3 8442-3669-9 erhältlich beim epubli Verlag. http://www.epubli.de
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