Morgenrot 30 © by Luke Elljot

Es geht mir wieder besser. Und es geht weiter mit Morgenrot.

Ein Gespräch im Salon.

Hallo?“ sagte Mai zaghaft.

Die ganze Zeit seit ich hier wohnte und lebte wollte ich näheren Kontakt zu Mai Ahnefeld, und jetzt stand sie selbst und leibhaftig hier Zuhause vor mir. Eigentlich war es absurd. Denn mir war schon klar das gerade etwas besonderes geschah und ich der Auflösung vieler Rätsel die mich schon lange beschäftigten, sehr nahe war. Doch ich hatte nur Augen für sie.

Verlegen stand sie in der Tür und sah uns an. Erst jetzt wurde mir klar das wir ebenfalls alle dastanden und sie ansahen. Ich kam mir fast vor wie auf einem dieser öffentlichen Empfänge von Mutter. Es war irgendwie alles so offiziell.

Komm her, komm her und setzt dich!“ sagte Mutter freundlich. Setz dich denn wir müssen reden!“

Mai kam an den Tisch und als wir alle uns ebenfalls setzten, setzte sich auf den freien Platz neben mich. Mai Ahnefeld saß neben mir! Und wie gut sie duftete!

So ihr zwei!“ sagte Walter. „ Schön das wir hier zusammensitzen können.“

Wieder kam Anne und versorgte uns mit allem nötigen. Tee, Kakao, Kekse. Auch sie verhielt sich merkwürdig anders als sonst. Auch irgendwie so würdevoll.

Vorab lieber Johannes muss ich dir sagen das Mai dir etwas voraus ist. Denn sie weiß schon einiges von dem worüber wir gleich sprechen werden.“ Ich wagte es kaum den Blick zu heben. Stellte mir die Frage, wovon Mai was wissen sollte, oder wollte und was das alles zu bedeuten hatte. Fand ich jetzt die Antworten auf meine Fragen? Ich sah mit gesenktem Kopf Walter oder Mutter an. Was war hier los? Doch anstatt das Walter weiter sprach goss er sich heißen Tee ein, in den er zwei Kandis tat und den er dann mehrmals in aller Ruhe umrührte. Komm zur Sache! Komm endlich zur Sache!“ dachte ich und wollte fast platzen. Ein verschmähter Blick zur Seite ließ mich noch weiter erstarren. Denn Mai sah mich ebenfalls an. Oh Gott! Sie sah mich an!

Nun denn, es nützt ja nichts.“ Fuhr Walter fort. „Also Johannes, wie du ja mittlerweile weißt leben wir hier auf sehr geschichtsträchtigem Boden. Ja, es ist viel geschehen hier. Bis zum heutigen Tage gibt es von damals Verbindungen in die Familien die hier Leben. Nachfahren von Inquisitoren, von so genannten Hexen, oder Hexenmeistern. Römern die sich damals hier angesiedelt haben. Von Kelten die gegen diese kämpften. Germanen, Goten, was weiß ich. Es gab so viele Kriegerische Auseinandersetzungen. Blutlinien die so verbunden sind. Manche mehr, manche weniger.

Und was habe ich damit zu tun?“ Wieder besseres Wissen stellte ich diese Frage. Denn es dämmerte mir sehr wohl was er andeutete.

Viele die hier leben, die meisten, sind so miteinander verbunden. Den allermeisten ist dies nicht klar. Firmeninhaber, die ihren angestellten Unrecht antun, um an ihren einstigen Fürsten Vorgesetzten oder einstigen Gegnern Schulden zu abzugelten. Menschen, die an ihrem Inquisitorfolterknecht ihren eigenen Mord zu begleichen. Brüder Schwestern und und und. Alte und neue Schulden aus dem Dritten Reich neu erzeugt.

Und gelegentliche Wanderer. Wanderer die diese Bande lösen können, ohne neue Schuld zu kreieren. Diese Wanderer die in den Zeiten kommen sind geblieben und werden immer kommen. Sie, die diese Verbindungen wieder lösen müssen. Schulden begleichen. So, oder so.“ Dann ohne Vorwarnung. Du bist solch ein wahrer Wanderer und Mai ist deine Rückhalt die dir Schützenhilfe und Beistand geben wird!“

Waaaas? Was bin ich?“ vollkommen verständnislos sah ich Mai an. Da spürte ich eine Hand auf meiner Schulter und ich wusste, wenn ich mich umsähe, würde ich dort niemanden stehen. Ich wusste das es die Hand von Marcus Christianus war. Und seine Stimme sagte in meinem Kopf.

Warte! Habe Geduld, vertraue!“

Johannes Morgenrot!“ sagte Mutter. Wieder sprach sie mich so an. „Ich weiß, das du es weißt. Du spürst es schon lange. Du kennst und verstehst Dinge und weist nicht warum. Und ich weiß auch, das Herr Woitzek mit dir gesprochen hat. Auch ich kenne die Geschichte unseres Hauses. Du hast diesen Druiden gesehen. Er ist mit uns tief verbunden.

Alle die hier Leben sind durch die Geschichte verbunden. Ein paar wissen es auch, ohne jedoch wahre Wanderer zu sein. Wie die hier ansässigen Familien Wilkening, Everding, Hohmeyer, Strebost, Dreyer, Lietz, Tristramm, Mensching, Hasse, Suffrian, Gerland, Stahlhut und noch einige andere. Und auch die Familie Ahnefeld von Mai gehört dazu. Familie Woitzek auch. Doch Woitzeks waren nicht vorsichtig genug. Im dritten Reich musste man vorsichtig sein. Was nur einer überlebte. Diese alle wissen es und sie warten auf jemanden wie dich. Denn so lange dieses Blutsband besteht. Gibt es keine Befreiung. So lange müssen sie immer wieder in den Sarg steigen.“

Theodora! Warte! Lass es mich erklären!“

Mai und ich sahen uns wieder an. Offen und klar. Und Mai zeigte mir mit einem angedeuteten Nicken das sie dies alles wusste und es glaubte.

Johannes. Der grundlegende Gedanke ist, das hinter allem was uns umgibt, eine geistige Welt steht. Die Welt in der wir leben, wird von einer, sagen wir, geistigen Welt getragen. Sie liegt hinter unseren sinnlichen und auch hinter unserer seelischen Welt und wir alle sind durch diese verbunden. Sie durchdringt uns und macht uns zu Brüdern und Schwestern, „im Geiste“.

Diese Verbindung ist es, die uns im wahrsten Sinne bindet!“

Ich verstehe das!“ entwich es mir. „Ich auch.“hauchte Mai.

Ja. Ich weiß.“ sagten Walter und Mutter aus einem Mund. Es war Mutter die weitersprach.

So haben sich im Laufe der Zeit, in dieser geistigen Welt Gruppen gebildet, deren Bestrebungen es ist diese Folgen und Zustände zu erhalten, weil sie sich von diesen nähren. Folgen und Zustände denen man sich, einmal in ihnen gefangen, nicht mehr entziehen kann, sich ihnen ergeben muss. Alle, die damit verbunden sind, und das sind über die Zeit ALLE die hier leben, sind Gefangene in dieser Verbindung. Diese beiden Welten halten sich wie in einer gegenseitigen Kettenreaktion, am Leben. Nähren einander.“

Also geht es um finstere Mächte, um das Böse? Wie soll ich das Böse bekämpfen?“

Nein! Um Himmels Willen nein es geht nicht um das Böse!“ antwortete Mutter. „Es geht um das Gleichgewicht! Und um gestrandete Seelen und deren gedankliche Schöpfungen wenn du so willst. Du Johannes bist als ein wahrer Wanderer zwischen diesen Welten geboren. Deswegen habe ich dich aufgenommen. Denn genau das habe ich an dir bemerkt. Du kannst Wege in beide Richtungen finden. Die allermeisten Menschen fürchten sich vor dieser Wanderung. Sie legen sich lieber immer wieder in das Grab und erwarten den Tod. Denn sie glauben das sie dort Ruhe fänden. Doch im Grunde genommen befinden sich diese Menschen schon in dem Moment in diesem Sarg, wenn sie geboren werden. “

Was für eine grauenhafte Vorstellung!

Von der ersten Sekunde ist klar, wohin diese Wanderung führt. Wer geboren wird, wird begraben werden! Der Weg der Unendlichkeit. Einer Endlichkeit deren Ende wir nicht sehen. Die für uns unendlich ist! Es ist also besser, man lernt das wandern. Alle die ich genannt habe sind solche Wanderer geworden. Wandern zwischen kommen und gehen. Auch wir, in diesem Raum. Und ich kenne deine Frage Morgenrot. Du kannst diese Banden lösen. Und helfen unsere Wanderung zu beenden! Denn es geht nicht um die Wanderung an sich. Es geht um das Ankommen!“

Ich? Aber wie….“

Zusammen mit Mai. Deswegen haben wir auch dafür gesorgt das ihr beide erst jetzt zusammenkommt. Ich solltet euch jetzt kennen lernen. Denn jetzt wisst ihr beide Bescheid.“

Ach so.“ War alles was ich in diesem Moment sagen konnte.

Die wahren Wanderer die sich in der Unendlichkeit befinden, können andere in die Ewigkeit eintauchen. Denn in der Unendlichkeit findet sich ein Ende. Anfang und Ende. Und in der Ewigkeit finden wir Gott. Aus dem aktiven Geist in dem wir Leben, in den statischen Geist der Ewigkeit!“

>Gespräche über Gott und Geist führte Morgenrot damals fast täglich. Das meiste worüber sie sprachen war ihm bekannt. Nur diese Sachen mit den Blutsbanden, dem Schuld ablösen und dem Wandern noch nicht.<

Denn nur für den der in der Unendlichkeit die Ewigkeit sucht und nicht das Ende, ist beides das gleiche.“ Das überstieg wieder meinen Horizont. Dennoch wusste ich das es wahr, war.

Walter?“ „Ja mein Junge.“ Bist du ein Nachfahre von Marcus?“ „Ja mein Junge, ich bin sein Nachfahre.“ Und ich?“ Das ist der Unterschied. Du bist kein Nachfahre. Du bist ein wahrer Wanderer!“

Und Anton?“ Herrmann Phillip. Und bevor du weiter fragst . Die Brüder im Waisenhaus sind das, was sie auch vorher waren.“

Woher kommt Anne?“ Die Ziehmutter des unehelichen Kindes seinerzeit.“

Nein!!“ rief Mai. „Ich will es nicht wissen!!“

Im Grunde genommen ist es bei dir auch egal. So, oder so. Solange die Bande nicht gelöst werde, sind alle gefangen.“

Aber was ist dann die Aufgabe von wahren Wanderern?“

Den einen Knoten zu finden. Der alle Verstrickungen löst. Wodurch die in diesem Netz gefangenen in sich ihre Vergebung finden, so das sie sich befreien können. Aus der Unendlichkeit in die Ewigkeit. Manche lösen nur kleine Knoten, andere begründen Weltreligionen.“

Walter sah meinen fragenden Blick und sagte.Lass es mich so erklären.

Gott ist Geist. Geist ist Schöpfung in unserem Universum. Der Mensch, so sagen die Religionen, ist nach dem Bildnis Gottes geschaffen.

Also ist der Mensch ein spirituelles Wesen.

Die einzige Tätigkeit die der Geist ausführen kann, egal wie groß er ist, ist denken. Also ist denken ein schöpferischer Prozess.

Alle Wesen die denken sind also schöpferisch. Im Guten wie im Schlechten. Wie auch immer. Formen sind das Ergebnis dieser schöpferischen Prozesse. Entstehen und zerstören, sind Denkprozesse. Gut und Böse liegen da nur in unserer Interpretation. Es geschieht hier, und es geschieht in der geistigen Welt. Nur dort sind diese Gedanken mächtiger für diejenigen die sich dort befinden.“

Walter sprach nicht weiter und weder ich, noch Mai stellten eine Frage. So entstand ein langer Moment des Schweigens, in dem alle ihren eigenen Gedanken nachhingen. Zumindest mein Kiopf war so voll, das ich einfach nur atmete

Walter und Mutter blickten sich schließlich verschwörerisch an. Dann sagte Walter. Nun Theodora Katharosa. Wir müssen jetzt aber los. Ihr beide könnt euch ja noch ein bisschen unterhalten. Anne wird sich dann um alles kümmern.“

Dann waren beide plötzlich verschwunden, und ich war mit Mai allein.

Da saßen wir beide und sahen uns verlegen an. Ich war mit Mai allein! Und wahrlich! Wir hatten so einiges zu besprechen!

-Luke Elljot-

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Über Luke Elljot - Autor

Bei Beginn des Blogs 2015 war ich um jetzt genau zu sein 53. Ich möchte so über meine persönlichen guten Erfahrungen auf dem Gebiet der Gedankenkraft informieren. Inclusive den natürlichen Rückschlägen. Dazu habe ich auch ein Buch geschrieben: Lutz Jacobs, Gesundheit und Spiritualität. ISBN: 978-3 8442-3669-9 erhältlich beim epubli Verlag. http://www.epubli.de
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