Morgenrot 1 © by Luke Elljot

Kapitel 2. /1

Johannes Morgenrot

>Also tritt Johannes Morgenrot erstmals in die Öffentlichkeit!<

Sommer 1969

Ich bin vor allem sehr dankbar.

Es fing an, als ich als kleiner Junge mein Taschengeld aufbessern wollte, und in aller Herrgottsfrühe Zeitungen austrug. Damals war so etwas noch möglich. Ein Erstklässler, der in seinen ersten Sommerferien früh aufstand und den Leuten die Zeitung brachte. Immer zur Morgendämmerung. Dies sollte eine kleine Tradition für mich werden.

Meine Erste Kundin sagte immer wenn ich vorbeikam, fast als ob sie mich erwartete;

Hallo mein kleiner Sonnenschein am Morgen!“ Woraufhin ich in meinen Lederhosen errötete!

Daraus wurde dann „Mein Morgenrot“. Ich erzählte dies meinem Chef und der erzählte es dem Leiter des Kinderheims, in dem ich lebte und auch an der Schule wussten es schnell alle. Alles weitere ergab sich, selbst bei den Lehrern. So war ich Morgenrot. Nur einige wenige nannten mich Johannes.

Alle Kinder riefen mich fortan so. Wenn ich im Speisesaal meine Zeitungen sortierte, sangen sie immer;

Morgenrot, oh Morgenrot. Erst warst schön und Abends tot!“

Dabei klatschten sie sich dann immer ab. Erst war es mir unangenehm und anfangs wehrte ich mich. Doch die anderen waren größer und letztendlich stachelte ich sie damit nur an. Irgendwann hörte ich weg, lächelte und ließ mich nicht mehr beeindrucken.

Einer der älteren Priester in dem katholischen Kinderheim, bemerkte dies und bestärkte mich darin so zu handeln. Er hatte keinerlei Funktion mehr und erfüllte auch keine Pfarrdienste. Er war unsere gute Seele. Immer für die Kinder da, die irgendwelche Sorgen hatten. So verbrachte er seine letzten Jahre und seinen Lebensabend mit ..seinen .. verlorenen Kindern. Bruder Nicolas.

Mit einem Lächeln,“ sagte er. „gewinnt man den Odem.“

Ich wusste damals nicht was Odem ist. Aber ich fand es toll!

Meinen richtigen Namen habe ich vergessen. Nur mein Vorname Johannes ist geblieben. Den Familiennamen den mir das Amt gegeben hat, habe ich abgelegt und Morgenrot angenommen. Den dieser wurde mir vom Leben gegeben, nicht von irgendwelchen Beamten aus einem Schreibtisch!

Angeblich war meine Mutter aus dem Milieu. Meinen Vater kannte keiner. Gefunden wurde ich vor der Tür des Hauses einer christlichen Vereinigung, die sich der Lutherischen Bibel verschrieb aber dennoch keine Kirche war. Gelegen an einem Ort in einem Ausläufer des schönen Niedersächsischen Deister.

Es waren liebe Bibelmenschen, die sich meiner auch weiterhin annahmen und begleiteten, obwohl ich schon lange dem „Amt“ überstellt war.

Recherchen ergaben das meine Mutter kurz nach meiner Geburt sehr krank wurde und verstarb. Sehr viel später erkannte ich um welche Erkrankung es sich handelte, mehr will ich hier nicht sagen. Den Namen meiner Mutter wollte ich zu keinem Zeitpunkt erfahren. Diesen Verrat, konnte ich lange nicht verzeihen!

Mein Vater blieb unbekannt und hat sich auch nie mit mir in Verbindung gesetzt. Ob ich Geschwister habe weiß ich nicht, und es interessiert mich auch nicht. Denn was würde es an meinem Leben ändern? Die Frage danach stellte sich erst als ich schon längst erwachsen war.

Wenn man so will ist mein Vorname, das einzig echte an mir. Er wurde mir mitgegeben, denn er stand auf der Tasche in der ich gefunden wurde.

Johannes!

Deswegen ist er etwas besonderes für mich. Mein Name! Er hat sich in mich hinein geprägt! Er ist für mich meine Urkunde dafür, das ich wirklich existiere. Das es jemanden gab, der mich gezeugt, mich geboren hat. Er bedeutet für mich, das ich ein realer Mensch bin. Meist nenne ich ihn nicht, sondern nur Morgenrot. Nicht am Telefon oder wenn ich mich vorstelle. Ich nenne ihn nur wenn ich muss! Fast habe ich dann Angst, das man ihn mir wegnehmen könnte!

Er ist mein Lebensdokument, den ich durchs Leben trage. Unauslöschlich in die Chroniken dieser Welt eingetragen! Dafür brauche ich keinen Personalausweis.

Die Tasche existiert schon lange nicht mehr. Ich selber habe sie mit 9 Jahren verbrannt. Somit ist mein Name wirklich in die weite der Welt getragen worden! In den Odem!

Früher wurden viele Menschen als Erwachsene bei vollem Bewusstsein getauft. Der Name der, der ihr ich wurde senkte sich auf die Erde. Und sie empfingen ihn.

Heute werden die Menschen als Säuglinge getauft, ohne zu erfassen, was mit ihnen geschieht. Was ihnen da wirklich gegeben wird.

Sie wandeln durch das Leben dem Ende zu, wie Nebelschwaden die vom Wind durch das Land getrieben werden. An ihrem Namen haben sie keinen Teil. Ja, viele empfinden ihn sogar als Last! Welch abgründige Geißel.

Ich wurde nie getauft und trotzdem ist mir mein Name Heilig. Denn er ist ich!

Ich weiß ich bin Johannes! Morgenrot bin ich danach geworden.

Bei den lieben Bibelmenschen hatte ich einen Mentor, ich nenne ihn Walter. Ein wirklich weiser Mann, der ein wundervolles Leben in einem festen gerütteltem Gottesglauben lebte. Ohne Eitelkeiten und Neid! Ihm und seiner Frau, die ich Thea nenne verdanke ich sehr viel.

Sie waren einfach da! Ohne große Worte zu machen. Halfen mir beim Amt und den damit verbundenen Gängen! Beantworteten meine Fragen die ich hatte und die immer wieder kamen, so gut sie konnten. Fragen über Gott und die Welt. Zunächst vor allem über die Welt.

Das Kinderheim dem ich vom Jugendamt überstellt wurde, gehörte der katholischen Kirche. Es war ein sehr alter dreistöckiger Backsteinbau, mit einem hohen spitzen Giebel und einem schmalen Treppenhaus. Hohen Zimmern mit hohen Fenstern. Die großen schweren Türen bestanden aus einem durch die Zeit dunkel gewordenen Holz, ebenso wie der alte Dielenboden, auf dem es unmöglich war, lautlos zu gehen. Im inneren dieses Hauses war es immer irgendwie Düster. Aber vielleicht kam es mir auch nur so vor, aber Lampen waren rar gesät. An der einen Seite des Hauses wurde irgendwann ein Altarraum angebaut, der wie eine kleine Kirche aussah. Dort beteten alle und wurden auch unterrichtet. Das Kreuz machte mir immer angst. Dieser arme leidende Mann, Jesus.

Keller und Dachboden mieden wir wie der Teufel das Weihwasser. Dort spukte es nämlich. Alle böse gewordenen Heimkinder, kamen nach ihrem Tod dorthin.

Erstaunlicher weise war es in dem Heim nicht sehr streng. Ich habe von Kindern in anderen Heimen dieser Kirche schreckliche Dinge gehört. Dies ist mir glücklicherweise erspart geblieben. Auch wenn der Dekan, sehr unangenehm war. Seinen wirklichen Namen habe ich nie kennengelernt. Wir mussten ihn immer Euer Hochehrwürden nennen.

Wirklich schlimm war nur der Kaplan, der sich hoch buckeln wollte. Ein kleines unangenehmes Frettchen, der uns bei jeder Gelegenheit schikanierte. Meinen Kontakt zu den lieben Bibelmenschen sahen sie nicht sehr gerne. Aber diesbezüglich ließ ich mich aber nicht beirren! Sie waren so etwas wie meine Familie. Aus meiner Sicht, kam ich von dort her! Nicht aus meiner Mutter. Dort wurde ich geboren! Es fehlte nur noch die Krippe. Wie bei dem Jesuskind! So war es für mich!

Hier in meiner Geschichte werde ich nicht Stellung zu kirchlichen Fragen beziehen. Es ist mir egal wer was glaubt. So wie ich es verstanden habe, werde ich es erzählen. Der Religionsunterricht war dort natürlich Pflicht, aber ich habe nicht viel zugehört. Meine Gedanken wanderten immer weg, zu einer Person, die noch bekannt gemacht wird.

Von den lieben Bibelmenschen erfuhr ich auch sehr viel über die Bibel. Aber eben über die Lutherische! Auch über die nahe Vergangenheit und Geschichte. Welches jetzt die richtige Bibel ist und war, hat sich mir bis heute verborgen. Ob es so etwas überhaupt gibt auch.

Die lieben Bibelmenschen sahen dieses Buch eher als Gleichnis das jeden angeht, denn als dogmatisch heilige Geschichte mit diesem Personenkult! Die einzelnen Personen in dieser Geschichte entsprachen ihrem Verständnis nach eher Facetten in jedem von uns. Schuld und Sühne waren ihnen unbekannt. Sie sahen dieses Buch als Weg, den jeder gehen muss um Erlösung zu finden. Vom Menschen der von Gott zeugt, zum Menschen der in Gott lebt. Der sein weltliches Ego auf Golgatha kreuzigen muss.Der Johannesweg! Mein Weg?

Golgatha! Ein alter Begriff für die Schädeldecke! Ich fand und finde diesen Gedanken sehr schön! So friedlich! Mein Weg?

Viele Stunden sprachen wir über diese Dinge.

Unter anderem erzählten sie mir auch von dem Extertal und den dort befindlichen „Wackelsteinen“, die angeblich von Druiden mittels Levitation dorthin gebracht wurden.

Drei mehrere Zentner schwere Granitblöcke, die sich in 15, 20 Metern Höhe auf den Spitzen von Sandsteinfelsen befanden. Nicht zu erkennen, wie sie dorthin gekommen waren.

Mittig ausgewogen abgelegt, auf diesen Spitzen der Sandsteinfelsen. Mit einer Hand zu bewegen lagen sie dort und vielen nicht herunter. Wie sind sie dorthin gekommen? Niemand weiß es wirklich.

Unterhalb dieser Felsen konnte man noch die Überreste von kleinen Höhlen erkennen, die den Druiden die lange dort lebten als Unterkunft dienten. Sogar eine Kochnische, und eine Feuerstelle befanden sich noch dort. Zumindest so lange lebten sie dort, bis sie der Inquisition zum Opfer vielen. Friedliche Männer und Frauen, einfach totgemacht.

In einer dieser Höhlen konnte man an schönen Sommertagen und manchen Vollmondnächten, einen Schatten erkennen, der in der Mitte, vor allem in den Nächten, die hellen Umrisse eines Menschen erkennen ließ. Genug für allerlei Mythen und Legenden. Unwiderstehlich für mich!

Eine dieser Legenden rankte sich um einen jungen Druiden und eine ebenso junge Frau. Marcus Christianus und Katarosa Theodora von Alverdissen. Einer Adeligen aus der Gegend.

Es hieß er habe ihren Bruder geheilt. Trotz der Gefahr durch die Inquisition. Sie verliebten sich, er wurde gefasst und verbrannt. Danach war dieser Schatten zu sehen.

Mythen und Legenden.

Die Menschen aus einer nahen Stadt legen immer wieder frische Wiesenblumen ab und baten so um Gesundheit. Auch im Winter. Woher sie diese im Winter hatten, wusste ich damals nicht.

>Ich will hier nicht die Geschichte dieser beiden erzählen, nur was sie in Johannes Morgenrot bewegte. Auch wenn sich sein Schicksal und das des Druiden miteinander verwoben. Auf wunderliche weise!<

Aber als ich vor dieser Feuerstelle in der Mitte der Höhle stand, musste ich daran denken wie diese Menschen hier lebten und wie sie hier starben. Plötzlich überkam mich ein intensives und warmes Gefühl. Für einen Moment hatte ich das Gefühl das der Druide neben mir stand. Leibhaftig und wahrhaftig! Keiner außer mir fühlte ähnliches. Alle sagten das ich wäre verrückt! Es war ein Gefühl das mich nicht mehr los lies. Und es geschah noch mehr!

– Luke Elljot –

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Über Luke Elljot - Autor

Bei Beginn des Blogs 2015 war ich um jetzt genau zu sein 53. Ich möchte so über meine persönlichen guten Erfahrungen auf dem Gebiet der Gedankenkraft informieren. Inclusive den natürlichen Rückschlägen. Dazu habe ich auch ein Buch geschrieben: Lutz Jacobs, Gesundheit und Spiritualität. ISBN: 978-3 8442-3669-9 erhältlich beim epubli Verlag. http://www.epubli.de
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