Morgenrot – Vorwort 2 © by Luke Elljot

Kapitel 1. – Teil 2.

Da ist er also der Name!

Morgenrot war schnell gefunden. Als ich diesen in meinem Manuskript las, war ich zufrieden. Doch der Vorname?

Tobias Morgenrot….nein. Ernest Morgenrot, Ralp Morgenrot oder Karl Morgenrot? Horatio Morgenrot? Andreas Morgenrot? Und noch viele mehr.

Matthias Morgenrot? Michael Morgenrot? Gabriel Morgenrot? Ich landete bei den biblischen Namen der Erzengel!

Dann heute Morgen war es da. Bibel?

Das heißt er war die ganze Zeit da! Jedes mal wenn ich dachte ich habe ihn gefunden sagte eine Stimme in mir;

Nein! Nein um Himmels Willen! So hör doch zu! Hör endlich zu! Hör in dich hin!Sie alle sahen irgendwie falsch aus!!

Johannes Morgenrot!

Jetzt ist die alte und doch neue Erkenntnis endgültig auf dem Weg!

Jedwede Tat die hier geschieht,

geschieht nach dem Naturgesetz.

Ich bin der Täter dieser Tat,

ist selbstgefälliges Geschwätz!“

Johannes Morgenrot ist nur der Vorbote. Er wird wie gesagt immer wieder auftauchen. Ist schon oft aufgetaucht. In anderen Büchern oder in Filmen. Unter anderem Namen. Er ist ein Symbol! Der sich als Person in einem Roman versteckend Symbolisch steht für eine unsichtbare und mächtige Kraft!

Je lauter die Menschen schreien. Je wahnsinniger sie sich gebärden, desto ruhiger wird diese. Eine gestaltlose, mächtige Kraft! Immer und ewig bestehend. Auch über diese Illusion unseres Seins hinweg!

Als ich über diese und andere Empfindungen grübelte, erfasste mich plötzlich noch ein anderer Gedanke sehr intensiv.

Was wenn wenn Johannes Morgenrot ein von mir gespaltenes Ich ist?

Wenn wir doch alle aus der unerschöpflichen einen Quelle der universellen Schöpfung entspringen und alle nur individuelle Variationen des einen Ich sind. Dann kann auch Morgenrot eine Abspaltung meines eigenen ich sein!?

Eine aus mir entsprungene Phantasiegestalt die Teil meines Selbst ist.

Einer neuen intensiven Eingebung folgend nahm ich das alte Buch, schlug willkürlich eine Seite auf und laß. Er war es, der mich veranlasste dies zu tun. Den ich wusste, jetzt sprach er zu mir. Meine Gedanken bestätigend laß ich.

Sind Sie wie alle Menschen die sich gleich ihnen einbilden Einzelwesen zu sein, vielleicht nichts anderes als Ichabspaltungen? Abspaltungen das einen großen Ich, welches ihr Gott nennt?“

Auf einmal legten sich diese Worte schützend auf meinen Geist. Denn durch meine Anfälle und meine Gedanken fürchte ich doch manchmal, den Verstand zu verlieren. Wer bin ich, das ich mir solche Gedanken mache. Gibt es doch so große Geister in dieser Welt. Viel gebildeter als ich. Viel intelligenter als ich. Viel erfolgreicher als ich in jedweder Form. Menschen die gerade ihren Weg gehen. Verantwortungsvolle Männer die ihre Familien nicht in den Ruin treiben.

Doch dies zu lesen, beruhigte meinen Geist. Fast klangen diese Worte auch wie Spott in meinem Kopf nach. Sind wir doch letztendlich alle gleich vor dem unendlichen.

Sich selber zu erheben, ist nicht recht! Denke ich!

In letzter Zeit denke ich oft über diese Sätze nach. Ich hoffe so zu erkennen, oder zu verstehen woher Johannes Morgenrot und all seine Facetten kommen. Hoffe zu verstehen, was der Sinn seiner Existenz ist.

Ich sprach mit Walter meinem Freund darüber. Über meine Gedanken. Als ich es tat, dachte ich diese langsam zu einem Ende zu bringen. Das Licht am Ende des Tunnels gesehen zu haben. Doch dieser sagte zu mir.

Jeder ist ein Morgenrot. Denn die Hoffnung etwas neues, etwas besseres zu finden ist in jedem. Aber lange nicht jeder ist ein Johannes. Der bereit ist sich mit dem Unendlichen zu verbinden, sich im anzuvertrauen. Den Weg zu gehen, sich zu wandeln, hin zu der Aufgabe seines Egos.

Die meisten glaubenden bilden sich diesen Glauben ein und verwechseln ihn mit Mystik, oder Esoterik. Verharren in diesem. Suchen rastlos nach immer neuen Antworten! Oder geben ihr Leben ab an diesen Glauben. Verlieren ihre Individualität!

Wer wirklich glaubt ist nicht rastlos . Deswegen ist Glauben nicht mystisch!

Wer sucht, glaubt nicht. Glaube ist nie endlich, aber endlos. Glaube ist in uns! Er kommt von innen und nicht von außen.

Aber nie ersetzt er uns. Der Glaube ist die Kraft,die unsere Taten trägt! Der uns bewahrt vor Schaden. Schaden an uns selbst, und daran anderen Schaden zuzufügen.“

Ich erkannte das ich keine Lösung finden würde, denn diese findet mich, zu gegebener Zeit. Auch meine Spekulationnen gab ich auf. Sinnlos wie sie waren. Darüber nachzudenen wer ich eventuell schon einmal war. Oder ob ich selbst schon einmal jener Johannes Morgenrot war.

Für mich ist es Morgenrot, der meine Gedanken führt, Teil jener ewigen freien in sich ruhenden Kraft, die frei ist von jedweder Form. Vollkommen losgelösten Kraft, die uns alle, die alles durchdringt.

Manchmal, wenn ich ohne schreiben zu wollen, über ihn nachdenke, sehe ich einen schlanken, vitalen Mann mit blauen Augen und einem klaren Blick. Und ich weiß, das ist Johannes Morgenrot!

Dann wird mir bewusst, das es jener ist, den ich in meiner schweren Krankheit, delirös gefesselt an mein Bett im Krankenhaus gesehen habe. Der immer wieder zu mir sagte.

„Hab Vertrauen! Hab einfach Vertrauen.

Jetzt weiß ich wo ich ihn kennen gelernt habe. Und jetzt will ich versuchen seiner Stimme in mir weiter zu lauschen. Ich trage seine Worte und sein Erleben in diese Welt.

Eines noch. Wenn ich mich selber in der Geschichte zu Wort melde, was sich manchmal nicht verhiundern läßt. >dann immer in dieser Form<.

Morgenrot 27

Kapitel 6./2

Marcus Christianus

Mutter machte einen sehr entspannten und unaufgeregten Eindruck. Kerzengerade saß sie am Tisch und spreizte wie gewohnt den kleinen Finger ab, als sie ihren Earl Grey trank. Wenn Mutter Tee trank sah sie immer etwas streng aus. Tee trinken war für sie so etwas wie ein Ritual. Das Wasser musste eine bestimmte Temperatur haben, der Tee eine gewisse Zeit ziehen. Und es kam auch nur eine bestimmte Kandissorte hinein. Immer zwei Stückchen. Anne wusste das alles natürlich.

Du wirkst jetzt sehr nachdenklich. Auch in der ganzen letzten Zeit. Denkst du viel an deine Zeit im Waisenhaus? Vorhin als deine Freunde noch da waren warst du doch so glücklich.“ sagte sie als sie ihre Tasse hinstellte.

Nein Mutter. An das Waisenhaus denke ich nicht mehr“ Sie lächelte und nickte.

Woran dann mein Junge?“

Ich war wieder oben im Turm.“

Im Turm? Ja, das ist ein schöner Platz zum nachdenken. Hast wieder in dem Buch gelesen?“ Schon vor einiger Zeit erzählte ich ihr von dem Tagebuch. Zunächst wusste sie nichts davon, doch Mutter war mittlerweile davon überzeugt das sie es sicher als junges Mädchen dort oben versteckte und vergaß. Was in dem Tagebuch stand, wusste sie nicht mehr. Das zumindest sagte sie, Ich nahm ihr das nicht ab. Zumindest nicht das sie nicht mehr wusste was in ihm stand. Ich denke das sie einstweilen nicht darüber sprechen wollte. Denn sie fragte auch nie danach und wenn ich darüber reden wollte, hatte sie nie Zeit.

Im Turm sagst du? Und hast dort gelesen?“

Nein, nur nachgedacht.“

Mutter wusste noch nichts von meinen Tagträumen. Ich wollte diese andere Welt, meiner Welt, nicht preisgeben. Sie gehörte zu mir. Wie Morgenrot, war sie zu mir gekommen. Wurde mir gegeben. War in mich hineingefallen. Ich wollte sie nicht verschrecken. Oder war es genau das, was ich tun sollte?

Das war einer der Gründe warum ich dich zu mir genommen habe. Deine Neugierde und deine Offenheit.“ In meinen Ohren klangen diese Worte fast wie Hohn. Mutter wusste es nicht, aber etwas Scham war in mir in diesem Moment. Nichts zu sagen kam mir vor wie eine Lüge.

Ich nahm allen Mut zusammen. „Waren sie wirklich ein Liebespaar?“ Und zog, den Blick aufrecht, ein wenig meinen Kopf zwischen die Schultern. Noch so ein gekommener Moment, so schien es mir. Ich war mir Keineswegs sicher, was jetzt als nächstes geschah!

Na zumindest redest du nicht drumherum. Aber das habe ich dir so ja auch beigebracht, nicht war? Nun zu deiner Frage! Mein Junge, ich glaube das du jetzt alt genug bist. Und schließlich ist das alles sehr lange her, nicht war?

Ja! Man könnte es so sagen. Sie waren so etwas wie ein Liebespaar. Dieser Druide und meine Ur-Ur Großmutter.“

Mutter machte eine Pause in der es schien als sähe sie in sich hinein. Ich wusste nicht was sie dort sah!

Aber warum interessiert dich das denn?“

Ich möchte einfach alles über meine neue Familie wissen.“

Das möchtest du also? Nun gut.“ Ich konnte sehen das sie mir das nicht abnahm. Aber sie beließ es dabei und ließ sich darauf ein.

Das Leben, wenn es beginnt, ist wie ein kontinuierliches Saugen an der unendlichen Schöpfung. Eine ständiges sich weiter entwickeln. Ich kenne nur sehr wenige Menschen die nicht mit allen Segnungen des Lebens beschenkt sein möchten. Zuallermeist verbinden sie damit Äußerlichkeiten. Geld und Besitz. Was viele mit Freiheit verwechseln. Der Wunsch nach Erfüllung ist allen Menschen zu eigen. Merkwürdiger weise suchen die meisten außerhalb von sich danach. Auch Großmutter. Aber das waren auch andere Zeiten.Glauben hatte damals eine sehr viel größere Bedeutung!

Bei meiner Großmutter wurde dieses Gefühl sich weiter zu entwickeln schon als sie noch recht jung war, immer mehr abgewürgt. Sie fühlte sich eingesperrt und suchte neues. Als sie ihren Mann heiratete, war er noch kein Ritter. Mit all diesen Verpflichtungen.“ Nichts anderes stand in dem Tagebuch.

Ihr Mann, Hermann, Phillip kämpfte hart für seinen Ritterschlag. Ihm ordnete er alles unter. Dann bei einer harten Schlacht für das Fürstenhaus, in der er an vorderster Front kämpfte und den Sieg maßgeblich erkämpfte, wurde er schwer verletzt. Fortan konnte er keine Kinder mehr zeugen. Doch halt, warte einen Moment.“

Mutter stand auf und holte aus ihrem Büro ein großes ledernes Buch. In diesem waren sie, die Portrait´s der Familie von Alverdissen.

Bevor sie mir das Buch gab sagte sie noch.

Bis zu dem Zeitpunkt seines Ritterschlag´s waren die Alverdissens einfache Bauern. Dann bekamen sie dieses Haus und das Land dazu. Zusammen mit dem Ort und einigen Pächtern. Von da an war es vorbei mit der Armut. Das wollte er keinesfalls wieder verlieren.“ So gab sie mir das aufgeschlagene Buch.

Andere hängen sie an ihre Wände, ich habe sie in einem Buch. Doch nie darf man vergessen woher man kommt. Was nicht zwangsläufig etwas mit Bluts-banden zu tun hat. Denn vor allem die hohe Herkunft darf nicht vergessen werden!“

Wo sind den die echten Bilder?“

Auf dem Dachboden natürlich!“

Aus der aufgeschlagenen Seite blickten mich zwei Gesichter an. Das einer jungen Frau die Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten schien und das eines etwas griesgrämig dreinblickenden Mannes. An ihm schien nichts geschönt. Denn zwei schreckliche Narben zogen sich durch sein Gesicht.

Hermann, Phillip von Alverdissen und seine Frau Katharosa Theodora.

Mutter bemerkte das ich das Bild von ihm sehr lange betrachtete.

Das waren seine Orden. Die Narben der Schlacht. Die anderen konnte man allerdings nicht zeichnen.

– Luke Elljot –

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Über Luke Elljot - Autor

Bei Beginn des Blogs 2015 war ich um jetzt genau zu sein 53. Ich möchte so über meine persönlichen guten Erfahrungen auf dem Gebiet der Gedankenkraft informieren. Inclusive den natürlichen Rückschlägen. Dazu habe ich auch ein Buch geschrieben: Lutz Jacobs, Gesundheit und Spiritualität. ISBN: 978-3 8442-3669-9 erhältlich beim epubli Verlag. http://www.epubli.de
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